einzuflößen wissen, in dem alten Haus an der
Ecke der Fischerstraße und der Friedrichsgracht,
in welchem das ledige Fräulein Ida Susemaus
unter dem Schatten des historischen Nußbaums
ihr schlichtes reinliches Leben durchmessen hat —
in diesem prunklosen Berliner Haus, dessen Hof
sich weit nach hinten „wie ein schmales, langes,
graues Küchenhandtuch“ hinstreckt. Sie lassen
aber auch dem bayrischen Viertel volle Gerechtig⸗
keit widerfahren. Sie verfallen nicht in spieß—
bürgerliche Rückständigkeiten — und zuletzt muß
die Gesinnungsenge und patriarchalische Sauber⸗
keit des alten Berlins endlich doch vor der Vor—
urteilslosigkeit eines neuen Geschlechts kapitu—
lieren. Die tapfere Meta tritt aus ihrem
Modesalon in der Bellevuestraße als Siegerin
in die Familie des lieben alten Fräulein Suse—
maus ein, obwohl sie durch ein Jahrzehnt sich
dem leichtsinnigen Max Susemaus in freier Ge—
meinschaft und ohne jede Bemühung des
Standesbeamten vereint hatte. ... And diese
Schlußwendung gibt Ihrem Roman den Datum—
stempel von heute.
In den Vortrag dieser Begebenheit haben
Sie besonders durch drei köstliche Gestalten Leben
und Heiterkeit gebracht. Da ist zuerst der
Börsenmakler Moritz Hirsch, der die Rolle des
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