Path:
III.

Full text: Die Versuchungen des Herrn Welsch / Ostwald, Hans (Public Domain)

32 
doch ein richtiges Hauskind. Immer bei der 
Mutter. Immer im Haushalt. Die konnte wohl 
eine mollige und gemütliche Häuslichkeit 
schaffen, in der er alles vergessen würde, was 
ihn sonst peinigte. Sie würde auch eine gute 
Mutter werden. Und er stellte sich vor, wie 
sie im Wohnzimmer sass und einen Säugling 
an der Brust hielt, ihm Nahrung, ihm Leben 
von ihrem Leben gab. Aber — war das nicht 
wieder sonderbar, — nicht die blonde Pro- 
fessorentochter erschien ihm vor seinen ge- 
schlossenen Augen, — Otti war es wieder, 
Otti, die dunkelhaarige, die zärtlich und glück- 
lich auf ihr Kind herniedersah, das sie in den 
mütterlichen Armen hielt. 
Welsch erschrak und riss die Augen weit 
auf, um diese Erscheinung loszuwerden. 
Otti — Mutter — das war ihm undenkbar. 
Das war ja lächerlich und wahnsinnig. 
Er schloss wieder die Augen, um sich das 
Bild der Professorentochter als Mutter wieder 
vorzustellen. 
Aber — es wurde wieder Otti. 
Wütend und zugleich verwirrt sprang er auf. 
Was war denn das? 
War er denn nicht mehr bei Sinnen? 
Hatte ihn Otti verhext?
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.