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III.

Full text: Die Versuchungen des Herrn Welsch / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Leben selbst. Von ihm kam das neue Leben, 
es gebar stets neues Leben. 
Das würde ihn beruhigen, wenn er ihren 
Atem hören würde. 
Nur — war das nicht merkwürdig, — als 
er im wachen Traum sich seine Frau vor- 
stellte, — wie sie so neben ihm schlief im 
Morgengrauen, — da war es nicht die blonde 
Professorentochter, sondern seine brünette 
Ottilie — die Otti —, m’ der er so viel Nächte 
durchschwärmt und cc" *'mzt. um der 
schrecklichen, ihn ver-- “enden Einsamkeit 
und ihren Schauern un. gen zu entgehen. 
Dazu war sie gerade gr wesen. Aber zu 
einer Hausfrau — nein — 7: Hausfrau konnte 
er sie sich nicht denken. Sie hatte ja auch 
gar nichts elernt, was eine Hausfrau ge- 
brauchte. Sie wusste weder in Küche und 
Keller, noch mit Wäsche oder Möbeln Be- 
scheid. Sie war ein richtiges Warenhaus- 
mädchen, konnte sich nicht einmal ein Paar 
Zwirnhandschuhe selbst waschen, einen Rock- 
saum einnähen, oder gcr einen Hut aufputzen. 
Alles rt sie sich machen lassen, musste 
alles in Coeschäfte tragen. O — Otti war 
keine Hausfrau und würde auch keine werden 
bei ihrem Hang zum Nachtschwärmen. 
Aber die Professorentochter, — das war
	        
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