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VII.

Full text: Die Versuchungen des Herrn Welsch / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Rasch wollte er alles hineinwerfen in den 
Korb und sie hinunterschicken zu ihrer Mutter. 
Sie litt es jedoch nicht. 
„Det muss alles seine Ordnung haben. Erst 
muss ic... äihlen. Un denn schreibe ick zwee 
Zettel. Pavon kriegen Sie eenen. Und eenen 
nehme ic}. mit.“ 
Sie duldete keinen Widerspruch, kniete sich 
hin und zählte alles ab. Als sie ein Unter- 
beinkleid von ihm in die Hand bekam, 
kicherte sie. 
Er bezwang sich. Am liebsten hätte er sie 
tüchtig ausgezankt. Aber sie war ihm noch 
zu klein und zu unerfahren. 
„Ach - das ist aber ein feines Nacht- 
hemd!‘* sagte ic bewundernd, das Wäsche- 
stück vor sicı. l:inhaltend. 
Plötzlich schlug sie ihre Augen voll zu ihm 
auf und sagte: 
„Sie haben es hier aber fein! Donner- 
wetter — — det is ’n feinet Bett! — — Da 
möchte ick ooch mal drin schlafen!‘ 
Sie schien das in voller Unschuld und 
Naivität zu sagen. 
Als ihm aber das Blut zu Kopf stieg, sah 
sie ihn neugierig an. Dann lachte sie plötz- 
lich laut auf, beugte ihren Kopf, richtete ihn
	        
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