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VII.

Full text: Die Versuchungen des Herrn Welsch / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Er fragte, wo denn die Mädchen alle 
schliefen? 
„Na, — hier!‘ antwortete die Frau, deren 
bissigem Ton er es anhörte, dass sie sich ver- 
teidigen wollte. „Ick und meine Jüngste schla- 
fen ufft Sofa, — eens von die Meechens schläft 
int eene Bette, det andere int zweete. Und 
meine Aelteste und die Martha pennen uff de 
Strohsäcke. Die werden abends vorgezogen, 
— un denn jeht det janz jut‘‘, meinte sie mit 
einer gewisse: Kefriedigung. 
„Und die jungen Leute, — wenn die hier 
nun durch die Küche gehen, — und die jungen 
Mädchen ziehen sich an?‘ fragte er. 
„Ih det dut allen beeden nischt. Da- 
von werdeii die Meechens nich krank, wenn een 
junger Mann ’n bissken wat zu sehen kriegt .. 
Ih, — da braucht sich keener drum uffzu- 
regen!‘ sagte sie mit einer abwehrenden 
Handbewegung. Lauter fügte sie hinzu: „Die 
feinen Leute, die sich so drum haben, die sollen 
man janz stille sind. Die zeigen ja ooch in de 
Bäder und uff de Bälle und bei die grossen 
Fressereien allerlei schöne Sachen. — Wenn 
se nich wollen, det wir Armen so uffenander 
hocken, denn brauchen se uns bloss besser be- 
zahlen. Aber, wat vadient denn so’n Fabrik- 
meechen? Sechse, — achte, wennt hoch
	        
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