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Full text: Die Versuchungen des Herrn Welsch / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Erst als er fragte: 
„Nicht wahr, — Sie halten mich doch für 
keinen schlechten Menschen?“ 
Da wurde si. ein wenig unwillig: 
„Wir ”omme ich denn dazu? — Im Ge- 
genteil - ich glaube, dass Sie sogar ein sehr 
gutes Merz haben. Ja, Sie sind manchmal zu 
gut, - Sie müssten öfter schärfer um sich 
sehen - 
Sie sah den schmerzhaften Zug in seinem 
Gesicht, den ihre Worte erzeugten. 
„Bleiben Sie nur, wie Sie sind‘, sagte 
sie begütigend. 
„Und wenn irgend was ist — darf ich an 
Sie schreiben? — Rat bei Ihnen holen?‘ 
fragte er, ihr ängstlich auf die Treppe hinaus- 
folgend. 
„Gewiss, — in Sachen, die die Gesell- 
schaft angehen.‘ 
Er fühlte, sie wollte alles Persönliche ver- 
meiden. Und doch war es ihm, als habe es 
sie geschmeichelt, dass er sie bewundere, und 
als rufe sie ihm ein herzliches „Adieu‘“ zu — 
ein Adieu, das er dankbar und fast erschüttert 
beantwortete. 
Als er aber in seinem Zimmer war und 
auf die Stelle starrte, wo sie gesessen, kam er 
sich unendlich klein und gedemütigt vor. Er
	        
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