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V.

Full text: Die Versuchungen des Herrn Welsch / Ostwald, Hans (Public Domain)

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„Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass Sie 
bald die Wertlosigkeit des Spiels und die Un- 
beständigkeit der Jugen: £rkennen werden — 
dass Sie Sehnsucht nach dem Wert des reifen 
Alters, nach seiner Beständigkeit und seiner 
Treue bekommen werden. — — — Ja — das 
hoffe ich — —- zv Gott!“ 
Die letzten Worte sagte sie mit einem ver- 
zückten Augenaufschlag. Dann raffte sie ihr 
bauschiges Kleid zusammen und stieg die 
Treppen hinauf. 
Welsch hatte ihr, bezwungen von einem un- 
bestimmten Gefühl, zugehört. Verblüfft von 
ihrem wirkungsvollen Schluss, schloss er die 
Tür und ging mit summendem Kopf in sein 
Zimmer zurück. 
War denn der Teufel los? 
Was wollten denn alle die Weiber von ihm? 
War er denn so verführerisch? 
War er so begehrenswert ? 
Seit er geerbt hatte und sich ein wenig 
reicher kleidete seit er sicherer und freier 
auftrat, flogen sie alle auf ihn zu, wie die 
Fliegen auf einen süssen Giftteller, 
C* "venn erst Eva, Eva seine Frau 
war, dar“ rden sie ihn schon in Ruhe lassen. 
Eva - Eva! flüsterte er zärtlich und voll 
Begierde vor sich hin. Die Leidenschaft zu
	        
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