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Full text: Strafsache van Geldern / Hyan, Hans (Public Domain)

Weise zugerichtet und zerfetzt. Und wenn ich zehnmal 
Richter bin und meine Pflicht wohl kenne, unparteiisch 
und gerecht zu urteilen, wenn ich auch weiß und es mir 
immer wieder vornehme, mich nicht durch menschliche 
und personliche Einflüsse bestimmen zu lassen — über 
das komme ich nicht hinweg! Ein Mann, der eine 
Frau ermordet und ihr, wie hier, dabei Liebe vor⸗ 
heuchelt, der findet bei mir kein Erbarmen!“ 
Der große, starkgliedrige Mann wandte sich mit 
den letzten Worten ab. Seine Stimme hatte etwas 
Dunkles und Ungewisses, als er hinzusetzte: „Aber 
freilich! Der Verdacht, eine solche Untat begangen zu 
haben, genügt nicht. Die Tat muß dem Angeklagten 
auch bewiesen werden!“ 
Es schien, als wollte Hallmann noch mehr sagen. 
Doch plötzlich, als habe er schon zuviel gesprochen, ver⸗ 
abschiedete er sich. 
Vierklee blieb mit verkniffenen Lippen stehen. Aus⸗ 
gerechnet! dachte er. Ausgerechnet! Und es war kein 
Zufall, daß er sich plötzlich an die Worte Hans Lerses 
erinnerte: Ich würde keine Mark wetten, daß Sie den 
Maun frei kriegen!
	        
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