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Full text: Strafsache van Geldern / Hyan, Hans (Public Domain)

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Als Greta den Redaktionsdiener gebeten hatte, sie 
bei Herrn Lerse zu melden, setzte sie sich auf einen der 
vielen Stühle, die rings an den Wänden des Warte⸗ 
raumes standen. Auf dem großen grünbezogenen 
Tisch lagen die Zeitungen des Verlages aus. 
Greta nahm eines der illustrierten Blätter und sah 
Bilder, Köpfe von Menschen, Tiere, Maschinen und 
Straßen, aber sie erfaßte nicht den Sinn dieser Dinge. 
Ihr Gehirn war für alles verschlossen, was nicht Pau⸗ 
lus van Geldern und sein drohendes Schicksal hieß. 
Es war sieben Uhr. Der tiefe Raum lag schon im 
Dämmern. Von irgendwoher kam dumpfes, regel⸗ 
mäßiges Geraͤusch, wie der rollende Herzschlag eines 
Riesen. Nur langsam verfiel Greta darauf, daß es die 
Rotationsmaschinen waren, die so brummten und 
brausten, die Druckpressen, die jeden Tag Hundert⸗ 
tausende von Zeitungen in das Land hinausschleuder⸗ 
ten. Eine Tür ging auf. Hans Lerses dreieckiges Gesicht 
hing wie eine getönte Steinmaske in der Luft. 
Greta sah nur den Kopf mit den beweglichen, 
durchdringenden Augen, dem harten Spitzkinn, der 
geraden, in die Luft stoßenden Nase und dem schmalen, 
fest geschlossenen Mund. 
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