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Full text: Strafsache van Geldern / Hyan, Hans (Public Domain)

mit dem die Ermordete heimlich in unlauterem Ver⸗ 
kehr oder sagen wir es deutlicher in einer verbrecheri⸗ 
schen Geschäftsbeziehung gestanden hat —-ob der 
vielleicht auch der Mörder war. Alles, was geschehen 
konnte, um das festzustellen, ist getan worden — mit 
negativem Erfolg. Nie hat jemand bei Frau Streckaus 
einen Menschen gesehen, dem derartige Dinge zuzu⸗ 
trauen gewesen waͤren. Und ich frage an dieser Stelle 
— im vollen Bewußtsein, daß ich die von mir ver— 
tretene Anklage damit aufs schwerste erschüttern 
könnte — jetzt den Angeklagten selber: Haben Sie, 
Angeklagter, frage ich, jemals in der Zeit, in der Sie 
mit Ihrer späteren Frau verkehrten, und in dem Jahr, 
wo Sie miteinander verheiratet waren, eine derartige 
unlautere Geschaͤftsverbindung zwischen Ihrer Gattin 
und irgendwelchen verdächtigen Individuen beob⸗ 
achtet oder auch nur gemutmaßt?“ 
Paulus erhob sich von seinem Sitz. Groß, gerade, 
aber mit gesenktem Kopf stand er da, als denke er nach. 
„Ich kann das nicht sagen, Herr Staatsanwalt. 
Zu meiner Frau kamen viele Menschen. Nicht nur in 
die Westender Wohnung, auch in das Stadtgeschäft 
in der Tiergartenstraße. Ich selbst war immer mit 
Arbeit überlastet. So war ich weder in der Lage noch 
willens, meine verstorbene Frau zu kontrollieren.“ 
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