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Full text: Strafsache van Geldern / Hyan, Hans (Public Domain)

In dem großen Schwurgerichtssaal fiel durch die 
hohen, buntverglasten Fenster in hellem Farbenspiel 
das Sonnenlicht. Es sprühte über das Halbrund des 
grün bezogenen Tisches hin, an dem die neun Männer 
des Schwurgerichts schon Platz genommen hatten. Der 
Vorsitzende in der Mitte war ein kraftvoller Mann mit 
blondem Bart. Er hatte eine dröhnende Stimme, die 
er doch so dämpfen konnte, daß nur der Angeklagte, der 
aber mit um so größerer Wirkung, sie spürte. 
Der Zuschauerraum war überfüllt. Mehrere 
Schupos flankierten die Tür und hielten das Publikum 
in Schach, das immer wieder hereindrängen wollte. 
Eben öffneten die beiden Justizwachtmeister den 
hohen Saaleingang, und wie eine Welle flutete die 
Menge der Zeugen in den Saal, diesen plötzlich an⸗ 
füllend und mit dem Summen ihrer leisen Unter⸗ 
haltung belebend. 
Landgerichtsdirektor Hallmann hob den blond⸗ 
bärtigen Kopf, der ohne ein Haupthaar in der Sonne 
glänzte, und klopfte mit dem großen Bleistift auf die 
Tischplatte: 
„Herrschaften!“ — ein Ausdruck, den er gern 
brauchte — „ich habe keine Zeit zu verlieren, und wir 
haben mindestens acht Tage mit der Sache angestrengt 
zu tun. Darum muß alles Uberflüssige fortfallen! Zum
	        
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