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11.

Full text: Strafsache van Geldern / Hyan, Hans (Public Domain)

Sie brachte ihn hinauf in sein Versteck, wo er bleich wie 
ein Toter mit eisern zusammengebissenen Zähnen lag 
und keinen Laut von sich gab. 
„Du mußt runter und den Wagen wegbringen“, 
stöhnte er nach einer Weile. 
Sie schluchzte: „Ja, ja ... aber du?“ 
„Ich lauf“ nicht weg ... oder nein ... fahr erst 
zu Doktor Ohlig und sag's ihm!“ 
Das war ein Armenarzt im Norden. Ein Mensch, 
für den es nur Menschen gab ... Den brachte Hilde. 
Und dem verdankte es Willi Vogel, daß er sich in 
dieser Nacht nicht verblutete. 
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Landgerichtsdirektor Hallmann hatte sich gerade auf 
das Lederpolster seines hohen Armstuhles nieder⸗ 
gelassen und wollte die Sitzung eröffnen, als der Blitz 
mit schweflig⸗gelbem Schein krachend den Himmel 
aufriß und den Schwurgerichtssaal blendend er— 
leuchtete. In das Knattern und Krachen tkönte leichter 
Schreckensschrei einer Frauenstimme, der irgendwo 
oben von der Galerie kam; die Shlaͤge folgten auf—⸗ 
einander mit atemraubender Heftigkeit und Eile. 
„Na, wenn das lange dauert“, sagte Hallmann mit 
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