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Full text: Strafsache van Geldern / Hyan, Hans (Public Domain)

Am blauen, durchsichtigen Himmel zogen weiße 
Wölkchen friedlich von Osten nach Westen. Ein paar 
Schwalben schossen durch den ÄAther. Das und der 
Wipfel einer dunkelgrünen Kiefer waren das einzige, 
was Paulus van Geldern seit sechs Monaten, seit dem 
Beginn dieses Jahres 1931, von der Welt sah. Er stand 
in seiner hellgetünchten Zelle unter dem hohen Gitter⸗ 
fenster mit erhobenen Augen und blickte da hinaus 
durch das besonnte Rechteck, dessen Eisenstäbe in der 
Morgensonne glitzerten. Er dachte nichts. Seine Seele 
war hinausgeflogen in die leuchtende Weite, war eins 
und tief verbunden mit einer anderen, der er in Liebe 
ergeben war. 
Hinter seinem Rücken rasselten die Schlüssel. Die 
wuchtige Eisentür ging auf, und der Aufseher, ein hoher, 
schlanker, blonder Mensch, stand in dem schmalen Tür⸗ 
rahmen: 
„Es ist Zeit, Herr van Geldern. Sie müssen zur 
Verhandlung!“ 
Van Geldern drehte sich langsam um. Er blickte
	        
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