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Der blasse Albert

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

Der blasse Albert 
An einem nebligen Wintermorgen sprang gerade 
unter dem Stadtbahnbogen des Bahnhofs Fried⸗ 
richstraße ein junger Mensch vom Omnibus her—⸗ 
unter, wobei er ausglitt und hinfiel. 
Er erhob sich so schnell als möglich dicht vor 
einem Droschkenpferde, das der Kutscher nur mit 
Müůhe parierte, und sprang aufs Trottoir. Dann 
ging er brummend in die stillere Georgenstraße 
hinüber, wo er sich den Schmutz von seinem 
langen, grünen Paletot klopfte. 
Viel zu auffällig war die Pellen! Aber was 
will man machen, in Plötzensee ist die Auswahl 
nicht groß .. 
Der junge Wensch griff in die rechte Seiten⸗ 
tasche und zählte mit den Fingerspitzen, deren 
Feingefühl bei ihm weit mehr entwickelt war, wie 
bei anderen Menschen, sein Geld, drei Wark 
sechssundachtzig. Er fühlte ganz deutlich das fet— 
tige Kupfer.. und es wurde nicht mehr! In 
einem Jahr kann man da draußen eben nicht viel 
sparen! Na, das sollte nu' nich lange dauern, 
heute abend mußte er schon 'n feinen Winter— 
paletot haben oder womöglich 'n Pelz und natür— 
lich auch 'n tipptoppen Zylinder! Aber vorläufig 
erst mal was essen, drüben in der Stehbierhalle. 
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V — ⸗ Gomeαyανο 
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