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Der blasse Albert

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

Schönheit er heute noch onverliebt war wie an 
dem Abend, wo er und Trude sich in dem 
kleinen Wohnziner gum enmal küßten. 
Selbst seine ιter war jetzt zu— 
frieden mit ihm 624 mmer gleiche Liebe für 
die junge Frau, die Zärtlichkeit, mit der er das 
Kind auf seine Arme nahm, und der rastlose 
Fleiß, mit dem dieser stille, nüchterne Mensch 
seiner Beschäftigung nachging, rührten die alte 
Frau, die ihm heimlich ihr Mißtrauen, ihren 
Argwohn abbat. 
Der alte Ladewig hatte nicht nachgelassen, bis 
sein Albert Innungsmeister geworden war, und 
der junge Friseur fing jetzt an, voller in den 
Wangen und in seiner ganzen Figur behäbiger 
zu werden. 
Die Versuchung, seine so unheimlich geschickten 
Finger in fremde Taschen schlüpfen zu lassen, 
wandelte ihn auch jetzt noch hin und wieder an, 
aber was selbst der aufrichtigen Zuneigung zu 
— DD— 
der Gedanke an sein Kind zu vermögen: Albert 
Hohstadt widerstand der Versuchung. Und es 
war ihm, als würde mit jedem Wale, wo er sich 
glücklich überwunden hatte, seine Festigkeit größer 
und die böse Lust in ihm machtloser. 
Da haͤtte er eines Tages Streit mit Trude, die 
sich einen, seiner Ansicht nach zu teuren Hut hatte 
machen lassen. Deshalb ging er rüber in die 
Stehbierhalle, traf da 'n paar Bekannte und kam 
in sehr fideler Stimmung wieder. Seine Frau, 
mit der er sich sofort wieder versöhnte, wollte ihn 
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