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Der blasse Albert

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

Albert verbeugte sich lächelnd und schlich 
wieder zur Wohnungstür hin. Da war die Trude 
eben aufgestanden und stand so, daß sie ihn sehen 
mußte. Sie machte sofort die Tür auf und fragte, 
den Gehilfen freundlich betrachtend: 
„Wollten Sie was, Herr Hohstadt?“ 
„Ja, ja.. das heißt.. ich.. ich wollte bloß..“ 
Sie lachte hell auf und machte ihn dadurch 
noch viel verlegener. 
„Was wollten Sie denn, Sie?“ Sie lachte 
immer lustiger. „Na, so reden Sie dochl. Was 
haben Se denn von mir gewollt?“ 
Er bekam kein Wort heraus. Er sah sie nur an. 
Da wurde sie auch ernster und, ihr Köpfchen 
abwendend, meinte sie: 
„Es war Ihnen woll langweilig, so alleine?“ 
Er seufzte und wollte geh'n. 
„Herr Hohstadt!“ sagte sie leise. 
Und wie er sich ihr wieder zuwandte, gab sie 
ihm freiwillig ihre kleine, weiche Hand. Die küßte 
er, und dann fiel er sehr ungeschickt vor ihr auf die 
Knie und fing an zu stammeln. Da mußte sie 
wieder lachen. Aber wie er nun rasch aufstehen 
wollte, legte sie die Arme um seinen Hals und 
hielt ihn fest. Und halb lachend. halb weinend 
sagte sie glücklich: 
„Das is so hübsch.. wenn Sie so.. ich finde 
das reizend..“ 
Und wie er sie nun auch umfaßte, bog sie sich 
herunter zu ihm, und sie küßten sich. Wie lange? 
— bis wieder die Klingel an der Ladentür ging. 
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