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Diamantenheinrich

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

Sie lachte und schlug nach ihm, und Schmuser 
dachte bei sich: 
„Gott, was for 'ne Frau!...'s wer so ä Partie 
für mich ... nu, wer weiß ...“ 
Dann wurde das Diamantengeschäft abgeschlos⸗ 
sen. Diamantenheinrich hatte die Steine schon aus 
der Fassung gebrochen und das Gold einem kleinen 
Schärfer Gehler) verkauft, weil er Geld brauchte. 
Die Steine waren nicht übermäßig wertvoll, aber 
Frau Pinkus zahlte das Vierfache von dem dafür, 
was sie einem andern gegeben hätte. Dann rief sie 
Schmuser zu sich ins Nebenzimmer. Diamanten⸗ 
heinrich, der annahm, sein Freund bekomme jetzt 
seine Provision, wartete gern so lange. 
Aber die Jüdin hatte ganz etwas anderes mit 
ihrem Glaubensgenossen zu besprechen. Geld gab 
sie ihm auch: ein Zwanzigmarkstück, und als er 
damit nicht zufrieden war, legte sie, ohne zu han— 
deln, noch ein Zehnmarkstück drauf — was sie 
übrigens gut konnte, sie verdiente bei dem Geschäft 
doch noch recht anständig. 
Aber Schmuser selbst war perplex, als sie ihm 
sagte, dieser Heinrich gefiele ihr so gut, daß sie ihn 
vom Fleck weg heiraten würde. 
„Dreihundert Wark zahl ich dir Provision, 
Schmuser!“ sagte sie, „aber ich hab' keine Lust zum 
Warten! Dei Freind soll sich entschließen sofort, 
ob er will ã Frau mit'ne halbe Million!“ 
Dann kamen sie schnell wieder heraus, und 
Diamantenheinrich, dem schon das Geld in der 
Tasche brannte, ging mit seinem Freunde fort. 
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