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Der blasse Albert

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

„Na, so leichte kriejen se ma nich wiedal“ 
„Ach, jeh doch ab, WMensch!. Det sagt vorher 
jeda! Bis eenes scheenen Dages de Faulen? da 
sind und holen 'n! JIlob ma man, bei det janze 
Jeschäft kommt nischt raus. Ick habe noch keenen 
jesehn, der dabei reich jewor'n is.. un im übrijem, 
du weeßt doch, Sehnchen, jestan haste ma schon 
bloß fuffzehn Silbajroschen jejem, wenn de bis 
morjen früh nich allens beduftet hast, denn mußte 
raus.“ 
Der blasse Albert ging in seine Kammer und 
setzte sich auf die schmale Eisenbettstelle. Er hatte 
immer noch diesen Angstgeschmack in der Kehle, 
als wenn er die Vacht hindurch geschwiemelt hätte. 
Der Himmel hatte sich wieder bezogen. Es sah 
aus, als ob es schneien wollte. In der Kammer 
war's kalt. Der blasse Albert schauderte. Dann 
machte er gewohnheitsmäßig seine Abungen, wie 
er sie von seinem ersten Komplizen und Lehr—⸗ 
meister, einem russischen Juden, namens Laber⸗ 
stein, vor Jahren gelernt haͤtte. 
.. Den linken Arm lang ausstrecken.. die 
Hand flach und die Finger leicht gespreizt, so nu 
'n Kantel rüberlegen — da darf sich nichts dran 
rühren! Die sogenannte Brücke.. aber der 
Kantel schwankte, er wäre beinah runtergefallen. 
Und das kam von der Angst.. 'n Dieb darf keine 
Angst haben und der Paddendrücker am aller⸗ 
wenigsten! 
A 
2b⸗te 
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