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Die Zeugin

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

hinten auf der Anklagebank, dessen Augen ihren 
Rücken versengten... während sie mit ihm.. im 
Walde... war..., hatte der andere.. zu Hause.. 
die Wohnung leer gemacht... 
Ah, sie hatte das Bedürfnis, immer los zu 
schreien, zu schreien.. . und davon zu laufen... 
Und statt dessen stand sie am Zeugentisch und 
schielte verstört nach der Hand, die den Meineid 
geleistet hatte ... 
Aber da war es ihr plötzlich, als lege jemand 
stützend den Arm um ihre müden Schultern. 
Aufblickend sah sie in das stolze und doch so 
gütige Gesicht, und ihr Widerstand wurde stärker 
und ihre Seele ruhig in aller Schuld. 
Sie hatte gar nicht gehört, daß er ihr sagte: 
„Sie können sich setzen!“ Erst wie er ihr zunickte, 
verstand sie es nachträglich. 
Dann sprach der Staatsanwalt, der die An— 
geklagten der ganzen Strenge des Gesetzes 
empfahl. Und nun kam der von Staatswegen ge—⸗ 
stellte Verteidiger, ein junger, ziemlich unbehol— 
fener Referendar heran. Aber indem er aufstehen 
wollte, tippte der schöne Adolf ihm auf die 
Schulter und gab ihm etwas. 
Die junge Frau wußte in diesem Augenblick, 
ohne sich umgesehen zu haben, daß jetzt ihre 
Photographie zum Vorschein käme. Aber sie 
zitterte nicht mehr, ihr Blut war erstarrt und ihr 
Herz hatte zu schlagen aufgehört. 
Der junge Verteidiger trat vor. Mit einem 
argwöhnischen Seitenblick auf die Zeugin ging er 
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