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Im Möbelwagen

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

Hund nächstens, damit der Herr nich vorher wo— 
anders eenen koofte. Un im übrijen sollte er über— 
morgen Vormittag in'n Plänterwald sein und 
sollte die kleene Hündin — Müllern sein Wind⸗ 
spiel war nemlich 'ne Hündin — mitbringen. 
Ick selber war natierlich schon an'n nechsten 
Tag wieder draußen in'n Hain... Un die olle 
Jumfer, furchtbar freindlich, wartete schon uff mir. 
Un denn sprachen wa wieder von Jedichte. Se 
hatte diesmal 'n Pfaunblauseidenes an un dek⸗ 
lamierte wie son Irammophon. Frieher wa se 
Schneiderin jewesen, aber denn hatte se mal 'ne 
olle reiche Dame zu Tode jepflegt, un da hatte se 
jeerbt...“ 
Hundewilhelm machte eine nachdenkliche Pause, 
dann fuhr er fort: „Wenn ick heite so recht da⸗ 
rieber nachdenke, dann hätt' ick se vielleicht doch 
lieber heiraten sollen, aber die Jeschichte mit den 
Hund war leichter, un et wa ooch mehr mein 
Dessin. Also scheen, et vajeht wieder 'n Tag, 
un richtig meine Jumfer is wieder da, wie ick an⸗ 
komme. Ick hatte noch mit Müller'n vorher eenen 
jehoben, un er sollte sich vorläufig janz retireh 
halten. 
Wir beede steiern also los, det Frailein un ick, 
un wie jewöhnlich nach die einsamen Jänge, wo 
se denn besser ihren Affen loslassen konnte mit 
det Deklamieren. Heite hatte se soja zwee Biecher 
unter'n Arm, un ick hatte mir schon Watte in de 
Ohren jestoppt, weil se immer so juchte, wenn se 
an 'ne Stelle kam, wo von Liebe de Rede wa! 
Also sie janz bejeistert, ick mit'n Aaltopp neben⸗ 
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