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Ein Stückchen schwarze Hornschale

Full text: Galgenvögel / Hyan, Hans (Public Domain)

narrt in seine dunklen Locken... ach, wo waren 
die Locken hin, die Locken und alles andere! 
Ja, da hatte es angefangen. Sie verdiente, 
erst in der Kneipe und dann allerwärts.. und 
er rutschte verdammt schnell auf der dreckigen 
Bahn mit herunter... Die Nächte durch wurde 
gespielt und gesoffen, den Tag über rumgebum— 
melt und Dummheiten gemacht mit den sogenann— 
ten „Brüdern“, deren ordinärer Stumpfsinn ihn 
innerlich anwiderte... Er hatte ja keinen mehr, 
mit der Familie war er vollständig zerfallen... 
Dann kam der große Krach mit der Lilli, die 
zeigte ihn an, wegen Zuhälterei, und er bekam 
ein Jahr Arbeitshaus... Das gab ihm doch 
einen furchtbaren Ruck! Er wollte umkehren. 
Aber es war schon zu spät. Es behielt ihn keiner;: 
er war nicht mehr fähig, sich zusammenzunehmen 
und hintereinander zu arbeiten... Wiewohl er 
erkannte, daß er immer tiefer sank... Später, 
da hatte er eine, die Gustava hieß, eine Polin, die 
ging in die Warenhäuser, auf Bekanntschaften, 
und gleichzeitig räuberte sie da auch... von der 
hatte er's gelernt... von da an stahl er. 
Ein paarmal war er in Untersuchung... aber 
ihm war nie was zu beweisen... seine Intelli— 
genz und Ruhe retteten ihn jedesmal vor dem 
Gefängnis und das machte ihn sicher. Er fing 
an, Einbrüche zu verüben. Zuerst allein — wenn 
er dabei geblieben wäre! — aber für große Sachen 
reichte seine Kraft nicht aus; ihm fehlte die hand— 
werksmäßige Geschicklichkeit. Und so tat er sich 
mit dem „Schnepper“ zusammen, der eigentlich 
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