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XXIV. Freiheit! Freiheit!

Full text: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde / Voigt, Wilhelm (Public Domain)

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in Tegel und meine Freilassung in der Welt verfolgt 
wurde. 
War es mir doch zu Ohren gekommen, daß viele 
meiner Freunde sich verabredet hatten, am Tage meiner 
Freilassung vor den Toren des Hauses auf mich zu 
warten und mich abzuholen. 
Hatten sich doch schon einmal früher, als das Ge— 
rücht verbreitet wurde, ich würde freigelassen, Hunderte 
von Menschen eingefunden, die mich sehen wollten. 
Und heute? 
Keiner von diesen Menschen dachte daran, daß ich 
unter ihnen wandelte, und so konnte ich unbelästigt das 
heitere Leben, das an schönen Sonntagen die Vororte 
von Berlin durchflutete, genießen. 
Diese erste Stunde der Freiheit, die direkt der 
Gnade entflossen, unerwartet und doch so erwünscht kam, 
kann ich mit Worten nicht schildern! So etwas muß 
man erlebt haben! ... 
Ich wollte zunächst meine Schwester in ihrer Woh— 
nung aufsuchen, sie war aber leider nicht zu Hause. 
Deshalb besuchte ich erst einmal die nächsten Bekannten, 
unter ihnen auch die Frau Riemer, mit der die Presse 
sich späterhin so viel und in ganz unzutreffender Weise 
beschäftigt hat. 
Um aber doch auch die, die sich durch Samm⸗ 
lungen usw. um mich bemüht hatten, von dem Gnaden⸗ 
akt Sr. Majestät in Kenntnis zu setzen, fuhr ich noch 
an demselben Abend zur Redaktion der Zeitschrift: „Die 
Welt am Montag“. 
Auch da große Überraschung und die ersten Glück⸗—
	        
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