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XVIII. Der Bürgermeister von Köpenick

Full text: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde / Voigt, Wilhelm (Public Domain)

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Ich hatte ihn nicht im Polizeisekretariat, sondern im 
Sekretariat des Landratsamtes empfangen und wußte 
nun, 
daß ich vergeblich nach Köpenick gegangen war. 
Ein Landratsamt ist in Köpenick nicht vorhanden, 
—DD 
wiederholt. 
So aber blieb mir hier nichts weiter übrig, als 
allmählich abzubrechen und die Mannschaft nach Berlin 
zurückzuschaffen, denn eine weitere Reise nach Fürsten— 
walde schien mir doch etwas bedenklich. 
Noch überlegend, wie ich jetzt weiteragieren sollte, 
schritt ich wieder die Treppen hinauf. 
Auf dem Flur meldete mir der Posten, daß dem 
Bürgermeister de Saffee gebracht worden wäre, ob er 
den genießen pürfc Selbstverständlich gab ich hierzu 
meine Erlaubttis und betrat noch einmal sein Zimmer, 
um mich mit ihm ein bißchen zu unterhalten. 
Darauf bat mich seine Frau, daß ich ihr gestatten 
möge, mit ihren Freundinnen außerhalb des Rathauses 
zu verkehren, ihrer Wirtschaft wegen. Auch diese Bitte 
gewährte ich ihr, und als sie dann weiterbat, bis zum 
letzten Augenblick bei ihrem Mann bleiben zu dürfen, 
machte ich ihr den Vorschlag, sie möge ihren Gemahl 
selbst nach Berlin begleiten. Nur wünschte ich nicht, 
daß sie bei der Neuen Wache aussteige. Sie war dar— 
über sehr erfreut; und um auch für das zurückbleibende 
Kind in genügender Weise sorgen zu können, gestattete 
ich ihr noch weiter den Verkehr mit einem Stadtrat, 
der ihre dahingehenden Aufträge in Empfang nahm.
	        
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