Path:
XVIII. Der Bürgermeister von Köpenick

Full text: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde / Voigt, Wilhelm (Public Domain)

22 
—F 
Augenblicklich ist es mir nicht mehr gegenwärtig, 
ob es vierzehn oder achtzehn waren. 
Jedenfalls bestätigte mir der letzte Eingetretene, daß 
die Zahl richtig sei. Ich konnte mich doch eines inner— 
lichen Lächelns nicht erwehren, wenn ich diesen Vorgang 
mit „analogen“ auf den Gutshöfen verglich. 
Als ich nun wieder zurückkehrte, meldete mir der 
vor dem Kassenzimmer stehende Posten, daß die Herren 
sich in auffälliger Weise an ihren Pulten zu schaffen 
machten. Das wäre doch nicht in der Ordnung. 
Um zu sehen, worauf sich die Meldung bezog, betrat 
ich zum zweiten Male das Kassenzimmer. 
Da kam der Herr Rendant auf mich zu und sagte 
mir: 
„Herr Hauptmann, ich kann doch auf Ihren Befehl 
den Kassenabschluß nicht machen, sondern nur auf den 
des Herrn Bürgermeisters!“ 
Hierauf erwiderte ich ihm: 
„Der Herr Bürgermeister ist verhaftet, ebenso 
wie Sie selber! 
und er kann Ihnen darum keine Befehle mehr geben. 
Die Verwaltung der Stadt ruht jetzt in meinen Hän— 
den. Für alles, was vorkommt, bin ich verantwort— 
lich! Ich glaube deshalb, daß Sie auf meinen Befehl 
den Kassenabschluß doch machen werden, denn es ist 
doch kaum anzunehmen, daß Sie nach Berlin gehen 
und hier alles in der größten Unordnung zurücklassen 
werden!“
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.