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XVII. Zur Attacke marsch, marsch!!

Full text: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde / Voigt, Wilhelm (Public Domain)

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Unterwegs trat ein Kassenbote an mich heran, der 
Geldpostsachen im Werte von ca. 1200 Mark von der 
Post holen wollte. Ich ließ ihn zunächst nicht passieren, 
da die Angelegenheit für mich von keinem Belang war, 
und betrat das Kassenzimmer, in welchem ich den stell— 
bertretenden Bürgermeister zu finden glaubte. 
Es waren vier Herren in dem Zimmer, und da ich 
nicht wußte, welcher von ihnen der Rendant war, auch 
nicht alle vier verhaften wollte, so beschloß ich, sie in 
ihren Zimmern zu beschäftigen. 
Ich ersuchte die Herren also, sich zunächst auf ihre 
Arbeitsplätze zu begeben, denn sie waren aus Neu— 
gier zusammengetreten und besprachen eingehend die 
ihnen unbegreiflichen Vorgänge im Rathause. Die 
Herren verfügten sich nun jeder an sein Arbeitspult 
und ich fragte: 
„Wer ist hier der Kassenrendant?“ 
Darauf erfolgte von einem Platze die Antwort: 
„Ich!“ Ich teilte dem Herrn wie den beiden vorher 
Verhafteten mit, daß ich Befehl hätte, ihn nach Berlin 
zu schaffen und daß er deshalb seinen Kassenabschluß 
machen solle. 
Er war zunächst auch dazu bereit, bemerkte aber, 
er müsse das Geld dazu von der Post haben, ich hätte 
seinen Kassenboten nicht durchgelassen. 
„Nun, wenn Sie das Geld haben müssen, so mag 
er es holen!“ 
Ich gab Befehl, den Mann passieren zu lassen 
und wollte mich eben selber entfernen, als der Ren— 
dant mir die weitere Frage vorlegte, wie ich den Kassen—
	        
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