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IX. Zarte Träume

Full text: Gold! / Hyan, Hans (Public Domain)

den die Waggons des Zuges verbindenden Gung hin— 
mif, und Marta Reddow eilte ihr nach, da sie es —78* 
verzückten Gescht angesehen hatte, daß die Gräfin im 
Augenblick nich“ wußte, wo sie sich befand und wohin 
sie sich begab. 
Die Gesellschafterin erreichte ihre Gebieterin 
gerade als diese die Planterm des letzten Wagens betrat 
und dort, hart auf den in Tod und Verderben führen— 
den Stufen, nur leicht auf das eiserne Geländer ge— 
stützt, den starken Luftzug um ihre Schläfen wehen ließ. 
Mit der Gesellschafterin zugleich kam auch der 
Schaffner und forderte die Dameñ energisch auf, sich 
n zu begeben in das Innere des Zuges, da der 
Aufenthalt auf der Plattform der damit verbundenen 
großen Gefahr wegen streng verboten sei. 
Marta Reddow machte ihrer Herrin sanfte Vor— 
würfe; die aber sah an ihr vorüber mit einem Gesichts— 
—DD 
Geist, von unendlichem Sehnen getrieben, dem Körper 
entflohen und als gehe dieser nun auf dunklen, licht⸗ 
losen Pfaden einen unbekannten Weg... 
Als man Berlin erreicht hatte, wollte die Gräfin 
plötzlich nicht dort bleiben. Sie wollte zurück, wieder 
fort in die Ferne, gleichviel wohin, nur weg von dem 
Orte, wo sie ihm begegnen und wo er ihr vielleicht 
den holdesten Traum ihres Daseins mit einem Blick 
zerstören konnte. 
Marta Reddow mußte all ihre Überredungkunft 
aufbieten, daß die Gräfin nicht in den ersten bdesten 
Zug einstieg und davonfuhr. 
Was immer sie an Trost und guten Worten besaß, 
das spendete sie der Freundin, deren Herz so wirr und 
zerrissen schien und deren Geist irx und seiner selbst 
e mächtig auf der Bahn der Leidenschaft dahin⸗ 
eilte. 
Endlich, endlich wat man daheim in der Wilhelm- 
straße.
	        
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