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I. Eine vornehme Hochzeit

Full text: Gold! / Hyan, Hans (Public Domain)

In alle: Alterestusen waren sie vertreten unter 
den viellei“ ünfzie Lersonen, die sich lachend und 
mit von de Weines belebten Wangen 
unlerhiel' 
Aber d.e Jugend herrschte doch vor, und die 
Schönheit der einzelnen erschien doppelt reizvoll, wei 
die kostbarsten Toiletten diese herrtichen Geflalten um 
schmiegten, weil Sammet und Seide hier mit dem 
Schmelz der weißen Schultern wetteiferten und weil 
man nicht wußte, ob man das Feuer all der seltenen 
Edelsteine, die diese Damen schmückten, oder den Glan 
und die Glut so vieler schöner Augenpaare mehi 
bewundern sollte. 
In diesem Moment erhob sich ein Herr, der als 
eingziger unter all den schwarzgekleideten Männern einen 
Frack aus feinem roten Tuch mit goldenen Knöpsen trug 
Es war ein beliebter Humoͤrist und Schriftsteller, 
ein Bekannter des Hauses, der wohl zu den Intimen 
gehörte und es daher selbst hente wagen durfte, in 
einem so außergewöhnlichen Kostüm zu erscheinen. 
Und wie Herr Brundo Siegwart, der Schriftsteller 
nun, das Sektglas erhebend, seine mit witzigen Pointen 
reich gewürzte Rede begann, wie er, sich ein wenig 
vorbeugend, zu der ihm gegenübersitzenden Dame, der 
das heutige Fest galt, sprach, da verstummte das Gläser— 
klingen, das Geräusch der lachenden und flüsternden 
Lippen allmählich, denn alles hörte gespannt zu, und 
die schöne Frau selbst stützte den klassisch geformten Arm 
auf die Lehne ihres Fauteuils und lauschte behaglich 
auf die Worte des geistvollen Schmeichlers dort drüben. 
Seit zwei Stunden hieß sie Maria Anna Gräfin 
von Berghorst. Ihre kaum mehr als mittelgroße Gestalt 
die den vollen Zauber des reifen Weibes atmete, umschloß 
ein Kleid aus schwarzer Seiden-Panne, jenem dünnen. 
geplätteten Sammetstoff, dessen Lüstre ohne gleichen ist, 
dessen weichschimmernder Glanz sich wie Schlangenhaut 
um blühende Formen spannt. Dis Taillenärmel fielen
	        
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