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VII. Ein unheimlicher Bote

Full text: Gold! / Hyan, Hans (Public Domain)

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5 Lenne ihn ja schon lange, Ihren 
nd weißz, oaß er ein anständiger Kerl ist. 
wie ich heut früh wieder rausgekommen bin, 
konnten mir ja »:chtẽ beweisen, da kloppte 
ich Uhm an de Wand, dee ich heute noch zu 
Ihnen hinjehen würde. Er 1533 Sie schön jrüßen, 
mid, falls es doch etwas länger dauern sollte, möchten 
Se ein paar Pfennige für ihn einzahlen, wenns Ihnen 
möglich wäre ... von wejen de Beköstigung.“ 
Käte nickte wieder, sie war tief unglücklich. 
Wie viel tausendmal hatte sie den beiden zuge— 
redet und sie beschworen, doch endlich von diesem 
schrecklichen Gewerbe abzulassen, freilich, mit Stephan, 
dem Jüngeren, war nichts auszurichten in dieser Be— 
ziehuug, das wußte sie. Aber »— “'iltere hatte es ihr 
oft genug versprochen, er w bessern und ein 
ordentliches Leben anfange Nist zu schrecklich, 
solche Verwandte zu habe 
Sowie etwas in der Zeita er die beiden stand, 
und das kam oft genug vor, scherite sie sich bis in die 
tiefste Seele. Sie wagte sich dann kaum auf die Straße 
und sie fürchtete die Blicke der Menschen, da sie 
glaubte, jeder müsse es ihr —“Hen, daß sie die 
Schwester der beiden wäre.. 
'nd obwohl es nicht das erste Mal war, daß die 
Brüder aus dem Gefängnis heraus Boten mit allen 
möglichen Aufträgen an sie absandten, so lebte sie 
doch jedesmal wieder von neuem Wochen und Monate, 
nachdem sie jenen etwas zu Liebe getan hatte, was 
vielleicht ungesetzlich war, in der furchtbarsten Angst 
und Aufreguͤng. 
Was ihr aber die Sache diesmal schlimmer als 
je erscheinen ließ, war ihre Liebe zu dem Grafen, oder 
) Brief. 
** Bezieht sich auf die Klopfsprache, deren sich die 
Verbrecher im Gefängnis zur Verständigung bedienen.
	        
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