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V. Herzensfrühling

Full text: Gold! / Hyan, Hans (Public Domain)

kehren und den Besuch unterlassen wollen, stand er doch, 
fast vhne zu missen, wie er dahin gekommen war, 
plötzlich inmitten d.3 verblüffenden Luxus der v. Berg— 
horstschen Wohn:nug und erwartete den Eintritt seiner 
Angebetenen. 
Das Gemach, in dem er sich befand, schwelgte 
förmlich in silbergrauten Vlüschwogen, zwischen denen 
überall der schwere, mit seltsamen Arabesken durch— 
wobene Drap d'or hervorleuchtete. An den mit einer 
Tapete aus steingrauem Rips bekleideten Wänden 
hingen herrliche Bilder von alten und neueren franzö— 
sischen Meistern, die einen enormen Wert repräsentiren 
mußten. Besonders ein Meissonnier, eine Fechtseene 
unter dem Balkon eines Mädchens darstellend, sprang 
in die Augen durch die Kraft seines wundervollen 
Kolorits und durch die packende Darstellung des einen 
von dem Degen des anderen getroffenen eenen 
der die Arme wie hilfeflehend zu dem verzweiflungvoll 
über den Balkon sich herabneigenden Mädchen emporhob 
und rücklings sterbend zu Boden sank. 
Vor diesem Bilde stehend hätte der Leutnant den 
leichten Schritt des jungen Mädchens fast überhört, 
das, nach der Mode des beginnenden Jahrhunderts in 
leichte, weich fließende Gewänder gekleidet, über den 
dicken Teppich mit natürlichem Anstande ihm entgegen— 
ging. 
Nucie Petersen war noch jung. Aber sie hätte 
kein Weib soann Aitssen, um die Bewegung zu übersehen, 
welche sich bei ihrem Anblick des jungen Mannes 
bemächtigte. 
Sie lächelte, und der süße Reiz, der ihr Gesichtchen 
bei diesem Lächeln überzog, brachte den jungen Kriegs— 
mann in noch größere Verwirrung. 
„Ich habe meinen Feldstecher bei Ihnen stehen 
lassen, guadiges Fräulein,“ sagte er dann und ärgerte 
sich selbst über sein unvermitteltes Herausplatzen mit 
dieser Entschuldigung, die keine war.
	        
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