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VII. Der Blutrubin

Full text: Gold! / Hyan, Hans (Public Domain)

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irgend was dazwischen kommt, was uns vielleicht aus— 
einanderbringt.“ 
Dem widersprach er natürlich. Was sollte denn 
dazwischen kommen? Sie sollte tich doch nicht mit 
solchen dummen Befürchtungen guälcu! . 
Aber in seinem Herzen —** er wie sie, und was 
schlimmer war, er sah den finster gühnenden Schlund 
schon, aus dem das Unglück eines —* hervorstürzen 
würde, um sie zu zerfleischen. 
Ach, un elbst suchte so sehr dem Schicksal 
jeden Vrrnn unehmen, daß es sich seiner noch 
erinnert: rüher, in einer besseren Stellung 
und ein a8 Gehalt verdienend, war Philipp 
Märker fast ein Verschwender gewesen. Dann verlor 
er durch Zusammenbruch des d seinen Posten 
und trat mit viel geringerem Gehalt in eine andere 
Firia ein. Aber dort geriet sein leichtsinniges Naturell 
in Konflikt mit seiner Rechtlichkeit. Und als er einmal 
Geld brauchte, fing er an, der von ihm verwalteten 
Portokasse kleinere Beträge zu entnehmen. 
Zuerst litt er unter fürchterlichen Gewissensbissen 
und legte das Entnommene an jedem Ersten von seinem 
Gehalt pünktlich wieder zu. Dann aber, durch Zufall 
unter eine Gesellschaft von Spielern geraten, wurden 
seine Ausgaben immer bedeutender. Schließlich über— 
stieg die Summe, die er veruntrent hatte, den Betrag 
seines Gehalts, er konnte am nüchsten Ersten einen 
Ausgleich nicht bewerkstelligen, und da, wie das in 
solchen Fällen fast immer geschieht, sein verändertes 
Benehmen Argwohn erregte, wuürde eines schönen 
Tages die Kasse revidirt und er selbst sofort entlassen. 
Dann waren weitere drei Monate vergangen, an 
die er sich nur mit Furcht und Grauen erinnerte. 
Von der leßtzten Stellung, die er verlassen hatte, 
froh, daß der Inhaber jenes Geschäfts ihn nicht wegen 
Diebstahls zur Anzeige brachte, hatte er natürlich Herrn 
Kretschmar nichts gesagt. Aber die Angst, sein jehiger
	        
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