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Charlottenburg als Sommerfrische der Berliner

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

oder Wusterhausen sind, die Königin aber in Berlin ist, muß es täglich nicht mehr als 
70 bis 72 Thaler, wenn die Königin aber sich bei Sr. Königl. Majestät befinden, nur 
55 Thaler kosten. Von dieser Woche soll wieder angefangen werden, die gewöhnliche 
Wochenzedel zu machen, und soll derselbe künftigen Sonntag eingeschicket werden. Es 
wollen auch Se. Königliche Majestät, daß künftig von Hamburg oder andern fremden 
Orten nichts soll verschrieben werden, ohne bis vorher bei Sr. Königl. Majestät deshalb 
angefraget worden, und selbige es approbiret haben. Hingegen soll das Marschall-Amt 
die Veranstaltung machen, daß jeder Zeit guth Rindfleisch, guthe fette Hühner und der—⸗ 
gleichen vorhanden und consumiret werden. Charlottenburg den 13. Junius 1728. Fried⸗ 
rich Wilhelm.“ 
Wie unter Friedrich J. fanden auch jetzt die Hochzeitsfeierlichkeiten der An— 
Feuerwerk im Charlottenburger Schloßpark aus Anlaß des Besuches 
des Königs von Polen am 8. Juni 1728. 
Kupferstich von Ruͤdiger. 
gehörigen des Herrscherhauses in Charlottenburg ihren Abschluß, so 1729 die Hochzeit 
der vierzehnjährigen Prinzessin Friederike Luise mit dem Markgrafen Karl Wilhelm 
Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Ende Juni 1733 die Hochzeit des Kron— 
prinzen Friedrich mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Die Ehe der 
Markgräfin von Ansbach, die 1784 in geistiger Umnachtung starb, wurde ebenso wenig 
glücklich als die des kronprinzlichen Paares. 
Das Gegensätzliche ist in der Wesensart und Geschmacksrichtung der aufeinander 
folgenden Hohenzollernfürsten ein kennzeichnender, sich wiederholender Zug. Des einen 
Ahl ist des anderen Nachtigall. „Gott bewahre mich vor Wusterhausen und Sie vor 
Krankheit,“ schrieb Kronprinz Friedrich 1733 an einen seiner Freunde. Aus den 
Memoiren der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth ist bekannt, wie beiden Geschwistern 
der alliährliche Herbst-Aufenthalt daselbst zur Hölle wurde. Wir hatten schon darauf 
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