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Der Tiergarten

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

weil dort während der in Charlottenburg gefeierten Hochzeit des Prinzen Heinrich 
oon Preußen im Jahre 1752 ein ländliches Fest veranstaltet worden war. Diese La— 
byrinthe gingen später wieder ein. Erhalten aber haben sich, wenn auch nicht mehr 
uinter dem gleichen Namen, die von Knobelsdorff an verschiedenen Stellen des Tier— 
gartens angelegten „Salons“, runde Plätze, die von besonderen Baumarten eingehegt 
wurden und in deren Mitte meistens eine Statue stand. Der Charakter eines solchen 
„Salons“ ist jetzt noch am deutlichsten am Floraplatz erkennbar, dessen Name aller— 
Besellschaft im Tiergarten am großen Bassin. 
Nach einem Gemaälde von Jak. Phil. Hackert. 
dings nur historische Bedeutung hat. An Stelle einer Flora steht heute dort die Amazone 
von Tuaillon. Nicht weit vom Floraplatz wurde 1757 ein Teich ausgegraben, der nach 
einer an seiner Schmalseite aufgestellten Statue das Venusbassin, auch das Große Bassin 
genannt wurde. Es ist der heutige Goldfischteich. An der Stelle der Venus steht jetzt das 
unschöne Beethoven-⸗Denkmal, das zu weniger sentimentalen Ergüssen anregt als die 
entschwundene Venus, von der ein empfindsamer Zeitgenosse schrieb: „Sie lächelt auf 
den Cupido, welchem sie den Köcher mit den Pfeilen weggenommen hat und scheint ihm 
ooll einnehmender Freundlichkeit sagen zu wollen: ‚Du loser Kleiner, ich muß dir nur 
deine Pfeile entwenden, du möchtest sonst so viele Herzen verwunden!‘ Die vorsichtige 
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