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Der Tiergarten

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

gen verwerthet werden solle“. Der Erwerb der Tiergartenplantage versetzte Knobels- 
dorff nun auch örtlich mitten in das Arbeitsfeld, das ihm seit dem ersten Regierungs⸗ 
jahr des Königs eines der liebsten gewesen war. Denn bald nach der Rückkehr von 
seiner Reise nach Frankreich, die er im Herbst 1740 auf Veranlassung seines Herrn 
unternommen hatte, übertrug ihm dieser die Oberaufsicht über die Königlichen Schlösser 
und Gärten und damit auch im Verein mit dem Landjägermeister Grafen von Schwerin 
und dem Oberstleutnant von Keith die Fürsorge für den Tiergarten im Sinne einer 
weiteren Ausgestaltung desselben zu einem Park und Erholungsort für die Berliner. 
Für die Durchführung der Aufgabe, die im einzelnen Knobelsdorff oblag, erhielt der 
Landiägermeister jährlich 3000 Taler. In einer Kabinettsorder an ihn vom 30. No— 
Ausschnitt aus einem Plan des Tiergartens 
mit eigenhändiger Einzeichnung Friedrich Wilhelms J. 
vember 1741 heißt es: „Ins besondere recommandire ich euch den Weg nach Char— 
lottenburg, auf welchem die Alleen recht schön und breit gemacht werden müssen, wie 
ihr deshalb mit dem von Knobelsdorff sprechen sollt, welcher euch meine Idee davon 
mit mehrerem expliciren wird, wie denn Alles recht gut disponirt werden muß, maßen 
ich allenfalls lieber sehn werde, daß wenig und schön, als viel und schlecht gemacht 
werde. Es wird aber auch nöthig sein, daß um alles Chikaniren und Disput mit den 
in den Tiergarten kommenden Leuten zu verhüten, hier und da, wo es nöthig ist, Ver—⸗ 
zäunungen zu machen, damit die jungen Loden“) um so mehr Zeit haben auszuschlagen.“ 
Gleichzeitig wurden zur Schonung der neuen Anlagen die Verbote, Vieh im Tier— 
garten weiden zu lassen, erneuert. Eine bald folgende Verfügung, es solle kein einziger 
*) Loden sind in der forstwirtschaftlichen Sprache Wurzelausschläge 
18 Frieger. Berlin.
	        
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