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Der Tiergarten

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

Hofhaltung und Nothdurft“ gegen Erträge aus anderen Liegenschaften einräumt, so 
ist es nicht unwahrscheinlich, daß diese neue Erwerbung zur Erweiterung des 1530 ge— 
kauften Geländes gedient hat und örtlich mit ihm zusammenhing. Von dort erstreckte 
sich der Tiergarten auf dem linken, südlichen Spreeufer, mit Ackern, Wiesen und Sumpf—- 
boden durchsetzt, nach der Stadt zu. Die Grenze nach dieser Nichtung genau anzugeben, 
ist schwierig. Von seiner Ausdehnung und Geländebeschaffenheit im Jahre 1685 gibt 
uns der Plan von La Vigne eine Vorstellung. Danach reichte er zwischen Spree und 
Tiergartenstraße bis zur Schadowstraße, also bis an die erweiterte Umwallungsanlage 
Der Tiergarten um 1685 
Ausschnitte aus dem Plan von la Viane 
des Großen Kurfürsten. Südlich der Tiergartenstraße ist kein Wald. Der Tiergarten 
war dort von einem Lattenzaun umfriedet. 1611 erhielt der Hofjägermeister Hanns 
Jacob Roth vom Kurfürsten Johann Sigismund (1608-1619) den Auftrag, den 
schadhaft gewordenen Zaun ausbessern zu lassen, und im Jahre darauf den Befehl, 
nach Fertigstellung der Umzäunung Hasen auszusetzen und zur Ernährung des Wildes 
Pflanzungen anzulegen. Unter Kurfürst Georg Wilhelm (1619 1640) wird 1631 der 
frühere „Besuchtnecht“ — wahrscheinlich ein zur Aufwartung bei Besuchen fremder 
Fürsilichkeiten besiimmter Hofbediensteter — Michael Wegener zum Hofjäger ernannt; 
er hatte im Jägerhause die Aufsicht über die Jägerjungen und die Meute. Seine Tätig— 
keit beschränkte sich gewiß nicht auf den Tiergarten allein.
	        
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