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Die Linden

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

Pariser Platz einen schönen Abschluß und der mit ihm beginnenden Straße einen 
architettonisch wirkungsvollen Auftakt gab. Die Quaderung war nur durch Kalt— 
bewurf angedeutet; trotzdem konnte die Täuschung infolge der guten Ausführung als 
wohlgelungen gelten. Auffallend waren die durch zwei Stockwerke der beiden Schau— 
seiten hindurchgehenden hohen Bogenfenster. Die teilweise in edlem Material gehal— 
tene plastische Dekoration der Festräume war in Weiß und Gold ausgeführt. Einer 
der Räume hatte durch das Halbrund, das der Baumeister der Nückwand gegeben, 
einen kapellenartigen Charakter erhalten. Auf dem umlaufenden Sockel waren Alter— 
tümer aus Pompeji aufgestellt. Nach dem Pariser Platz zu lagen die Bildergalerie 
Das Redernsche Palais am Pariser Platz. 
Gez. von Conrad, gest. von Finden. 
mit Werken älterer und gleichzeitiger Künstler und die Bibliothek. Das Redernsche 
Palais war durch den äußeren Eindruck sowohl wie durch die innere Gestaltung und 
durch die Verwendung der Räume ein Muster des guten klassischen Geschmacks, eine 
harmonisch wirkende Kunst-⸗ und Kulturstätte, die in dem Berlin Friedrich Wilhelms III. 
einen Ehrenplatz einnahm. Im Jahre 1905 mußte sie einem Hotelneubau weichen. 
Wechselvoller sind die Schicksale eines zweiten Palais Unter den Linden, des Ge— 
däudes der russischen Botschaft. Die erste Bebauung des Grundstückes geht in die 
Zeit Friedrich Wilhelms J. zurück, der das Gelände in dem Bestreben, die Bebauung 
auf der Südseite der Linden zu fördern, einer nicht mehr nachzuweisenden Persönlichkeit 
schenkte. Im Jahre 1732 kam es für 3500 Thaler durch gerichtliche Versteigerung an den 
Beheimen Rat und Regiments-Quartiermeister Christian Ludwig Moeller, der ein Haupt⸗ 
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