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Die Linden

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

am eigenen Leibe erlebt haben, während wir Heutigen nur vom Hörensagen noch etwas 
davon wissen und aus Büchern.“ 
Von einigen dieser Häuser wollen wir uns nun etwas erzählen lassen. Es ist eine 
zanze Anzahl darunter, die etwas zu sagen haben. 
Auffallend ist, daß die Linden abgesehen von den beiden schon besprochenen Palais 
und der Akademie vor hundert Jahren nur ein öffentliches Gebäude aufzuweisen hatten. 
Das sind die Baulichkeiten des Königlichen Ponton-Hofs (Nr. 74), den Friedrich 
Wilhelm J. 1736 zur Aufbewahrung der Brückenkähne erbauen ließ. Die Wahl des 
Ortes wird dadurch erklärlich, daß das Grundstück damals bis zur Spree hinunterging. 
Palais des Herzogs Ernst August von Cumberland. Unter den Linden Nr. 4. 
SBez. von Müller von Sonde rmühlen, Staatsbibliothek, Berlin. 
Es bestand aus drei Gebäuden, in denen nach Nicolai auch das Laboratorium für die 
Artillerie und das Krankenhaus für das erste Artillerieregiment untergebracht waren. 
Nachdem in den Freiheitskriegen die Wichtigkeit der Artillerie und des Ingenieur—⸗ 
wesens von neuem erkannt war, wurde 1816 die vereinigte Artillerie- und Ingenieur— 
schule begründet und 1822 nach Schinkels Entwurf durch Bürde auf dem Grundstück 
des Ponton-Hofes das Gebäude für sie errichtet. Die Pontons waren schon Ende 
des 18. Jahrhunderts nach einem in der Köpenickerstraße erbauten neuen Pontonhof 
überführt worden. Der etwas nüchtern wirkende Bau der Artillerie- und Ingenieur— 
schule, der nach Verlegung der Schule nach Charlottenburg für die Zwecke der Kriegs- 
akademie verwandt wurde, hat über dem gequaderten Erdgeschoß noch zwei durch 14 
195
	        
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