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Von der Schloßbrücke zum Friedrichsdenkmal

Full text: Berlin im Wandel der Zeiten / Krieger, Bogdan (Public Domain)

um die Bäder in Pisa zu gebrauchen, und kehrte in späterem Alter nach Wittenberg 
zurück, wo er gestorben zu sein scheint. Das Aussehen des Gebäudes nach dem Umbau 
durch Hildebrand mit der vornehm wirkenden Rampe und den Laternenträgern darauf 
erkennen wir aus dem hier wiedergegebenen Stich des Berliner Kupferstechers Johann 
David Schleuen. Nicht sichtbar sind die nach dem Opernhausplatz zu an Stelle der 
späteren Bibliothek von Hildebrand angelegten Orangeriehäuser. 
Als Markgraf Friedrich Wilhelm 1771 kinderlos gestorben war, erwarb der Dom— 
herr von Bredow das Grundstück. 1774 verkaufte er die Seitengebäude am Opern- 
platz an Friedrich den Großen für den Bau der Bibliothek und 1788 den an der Behren— 
straße liegenden Garten, auf dessen Gelände 1794 von Fr. W. Titel das bereits 1788 
begonnene, schöne Haus für die Allgemeine Witwen-Verpflegungs-Anstalt als wirk— 
Die Orangerie des Markgräflich Schwedtschen Palais 
am Opernplatz gegenüber dem Opernhause. 
Märk. Museum. 
samer Abschluß ber nach den Schwedter Markgrafen benannten Markgrafenstraße 
vollendet wurde. Nach dem Tode der Frau von Bredow erbten zwei Herren von 
Katte das Anwesen U. d. Linden. Im Jahre 1817 wurde es schuldenhalber subhastiert. 
Nach der Veröffentlichung im Intelligenzblatt vom 10. Dezember 1816 betrug der 
Wert der gerichtlichen Abschätzung 48356 Taler 19 Groschen. Zur Bedingung wurde 
gemacht, daß Viehmäster und Gerber vom Ankauf ausgeschlossen sein sollten und die 
vor dem Hause befindliche Rampe durch eine massive, nur drei Fuß vortretende Auffahrt 
ersetzt werden müßte. Der aus den Freiheitskriegen bekannte General von Tauentzien 
erwarb das Palais und bewohnte es als Kommandierender General des 3. Armeekorps. 
Er starb 1824. 
Nach ihm erhielt es Prinz Wilhelm von Preußen in gleicher militärischer Eigen— 
schaft als Dienstwohnung, bezog es aber erst am Tage nach seiner am 11. Juni 1829 
stattgehabten Vermählung. Bis dahin wohnte er im großen Schloß in der heute nach 
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