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Zweiter Teil. Urkunden U. 1 - U. 65

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

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und endlich durch die mittelst Verf. des Kgl. Finanzminist. vom 8. März 1821 
der Kgl. Regierung mitgetheilte allerh. Kabinettsordre vom 4. Februar 1821 nach 
und nach gänzlich aufgehoben worden. 
f. Die Bedingung in der oben zu 2 erwähnten Erbverschreibung vom 9. 
Januar 1760 über 11 Morg. 129 Qu.R. Landes wegen Erbauung von 6 Häu⸗ 
sern zur Ansetzung von 6 Familien ist, wie die deshalb im Jahre 1769 veran⸗ 
laßte Untersuchung ergeben hat erfüllt worden, welches hierdurch anerkannt wird. 
8g., Endlich ist die Verpflichtung zum Hopfenbau, wie solche die oben zu 
7 gedachte Erbverschreibung vom 29. Juli 1776 über 37 Morg. 41 Qu.⸗R. Forst⸗ 
land und den dabei liegenden 16 Morg. enthaltenden kl. Baumwerder festgesetzt, 
durch die Erwerbung des Eigenthums und die dafür gezahlte Geldsumme gleich⸗ 
falls als erledigt anzunehmen. 
Bei der dem Fiskus auf den oben angeführten Grundstücken des Gutes 
zustehenden Berechtigung zur Ausübung der hohen mittleren und kleinen Jagd, 
welche nach den zu 1 bis 7 erwähnten Erbverschreibungen nicht mit veräußert, 
sondern dem Fiskus reserviert geblieben ist, hat es für jetzt noch sein Bewenden. 
Da nun unter Berücksichtigung vorstehender Bemerkungen dem Staats⸗ 
minist. v. Humboldt und seinen rechtmäßigen Nachfolgern im Besitze der oben 
zu 1bis 7 gedachten Grundstücke das freie Eigenthum derselben zusteht, so blei— 
ben auch diese Grundstücke ferner mir noch denjenigen Beschränkungen unter⸗ 
worfen, welche nach allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen etwa bestehen, oder 
künftig angeordnet werden möchten, oder welche in Lokalverhältnissen oder etwa⸗ 
igen auf den Grundstücken lastenden Servituten gegründet sind, indem überhaupt 
in denjenigen Verhältnissen, welche sich nicht zunächst auf die aus den oben von 
lbis 7 aufgeführten Urkunden ersichtliche Erbpachtverbindung begiehen, nichts 
hat geändert merden sollen. 
Potsdam, den 19, Januar 1822. 
(L. S) Kal. Preuß. Regierung. 
URKUNDE NR. 44 
Anerkenninis über die Rittiergutseigenschaft und Rechte des Vorwerks 
nebst Schlößchen Tegel für den Staaisminifter Freiherrn v. Humboldi.“) 
Da in der dem Staatsminister Freiherrn v. Humboldt über die Verleihung 
des dem Königl. Fiskus bisher zugehörig gewesenen erbpachtlichen Eigentums 
an dem Vorwerk und Schlößchen Tegel an denselben, wie es unterm 19. Januar 
d. J. ertheilten und von dem Königl. Oberpräsidium der Provinz Brandenburg 
anterm 5. Februar d. J. bestätigten Urkunde nicht ausdrücklich anerkannt worden 
st, daß durch diese Eigenthumsverleihung das Gut Tegel die Ritterguts Eigen— 
schaft erworben hat; so wird auf den Grund der in beglaubigter Abschrift bei⸗ 
gehefteten Verfügung des Kgl. Finanzministeriums vom 12. v. M. die Ritter⸗ 
zutseigenschaft und Berechtigung des Guts Tegel, jedoch nur insoweit, als solche 
nach den ergangenen, allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen noch bestehen und 
als sie nicht durch die Erwerbungsurkunde insbesondere rücksichtlich der Gerichts⸗ 
barkeit und der Jagd schon beschränkt worden sind, hiermit nachträglich von uns 
zugestanden und anerkannt auch darin gewilliget, daß diese Rittergutsqualität des 
besagten Guts in das Hypothekenbuch eingetragen werde. 
So geschehen ... Potsdam den 16. May 1822. 
Königl. Regierung II. 
4. 44. 
»RKal. Reg. Potsdam. Amt Schönhausen. Fach XI Nr. 4. Vol. III.
	        
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