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Zweiter Teil. Urkunden U. 1 - U. 65

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

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2. TEIL: URKUNDEN 
Uhrkundlich mit dem Churfürstl. Brandenburg Cammergerichts⸗Secret be⸗ 
siegelt, Undt geben zu Cöln an der Spree am 6. July Anno 1666. 
L. 5 * Lucius von Rahde. 
Nachdem der Churfürstl. Brandenburg. Ober Hofmeister, Cammerherr und 
Hauptman der Aembter Müllenhoff undt Müllenbeck Herr Zacharias Friderich 
von Götzen und Fraw Barbara Köppen undt Herrn Marito Hl. Heinrich 
Krahnen seel. Das Guht Tiegel in ao. 1659 den 8. Aug. wiederkäufflich er⸗ 
kauffet, laut darüber von Churfürstl. Hochpreislich Cammergericht schriftlichen 
vollziehung sub dato Cöln an der Spree den 6. Juli 1660. auch die Kaufgelder, 
wie sie darinnen benennet, auff angesetzte Termine richtig abtragen wollen; die 
benante Verkäuffer aber, weil er Herr Krahn vom Podegraw dergestalt mit⸗ 
genommen worden, daß er die weinigste Zeit vom Lager gewesen, auch nichtes 
verrichten können, solche Wiederkäuffsgelder nicht heben wollen, sondern gebehten, 
weil er nichtes erwerben könte, Hochgemelter Herr OberHofmeister wolle Ihme 
den großen gefallen erweisen, solche Kauff summa an sich zu behalten, undt stat 
der Zinsen, die doch niemalen gewilliget, Ihn mit freyen Logament undt einen 
Deputat zeit seines Lebens zuversehen: Als hat mehr Hochgemelter Herr Ober—⸗ 
Hofmeister feinen erbärmlichen Zustandt Consideriren, sich bewegen lassen, seinem 
suchen zu deferiren, undt Ihn bis an sein ende mit freyen Logament und unter⸗ 
halt versehen; Nach deßen absterben aber, hat der Herr Ober-Hofmeister der 
Witben Fr. Barbaren Köppen abermalen die bemelte Wiederkauffssumma Ihr 
zu erlegen anbieten laßen, Welche Sie aber gleichfals nicht heben wollen, sondern 
gebehten, weil Sie eine betagte Fraw were, undt nichtes erwerben Könte, Sr. 
Hochfd. gestr. der Herr Ober-Hofmeister wollten geruhen, die Kauffgelder an sich 
zu behalten, undt Sie die Zeit ihres leben, stat der Zinsen, in dem freyen Lo- 
Zament, worinnen Sie bishero gesessen zulaßen, undt Jährlich ein Deputat 
von 18 Scheffel Roggen, Bier, undt die andern stücke vor vol, glei bey lebzeiten 
ihres Mannes zu reichen, nach Ihrem tode möchten ihre Kinder die Wiederkauffs⸗ 
zuming, iedoch ohne Zins, fordern, undt Ihres gefallens damit gebahren; Welchem 
suchen der Herr Ober⸗Hofmeister abermale staat gegeben, die Kauff-Summa an 
sich behalten undt advitam Ihr frey Logament undt Unterhaltung wie oben 
benennet, versprochen; Dahingegen versichert Sie den Herrn Ober-Hofmeister, 
daß Sie wegen solcher Zinsen von dem Kapital der Wiederkauffsgelder, so lange 
Sie bey Ihrem leben bey Ihnen stehen werden, weder von Ihr, noch von 
Ihren Kindern durchaus nicht belanget werden, sondern stat des Deputats gäntzlich 
hinfallen sollen, deshalb Ihnen auch Kein Beneficium juris, itzo in observantz 
oder noch Künfftig erdacht werden möchte, Zustatten Kommen, sondern daß, 
waß Sie hierin geschlossen, für genehm halten sollen, Wie den auch dasienige, 
waß an gelde bisher abgeführet, undt noch Künfftig abgetragen werden möchte, 
alles an Capital abgehet. Zu welcher versicherung dieser Contract & nicht allein 
vom Herrn Ober⸗Hofmeister undt offtgenanter Fraw Barbaren Köppen, sondern 
auch vom Pfarrern zu Rosenthal Herrn Johann Pfeffern, welchen Sie Fr. 
Barbara Köppens einen Zeugen stat eines Notary hierzu redviriret undt er—⸗ 
behten, eigenhändig unterschrieben, undt mit Ihrem Adelichen undt gewöhnlichen 
Pittschaften besiegelt, So geschehen zu Rosenthal am 23. Januarn; ao. 1673. 
(L. S, Zacharias Friderich von Götze. 
(L. 8.) Barbara Köppenne. 
Johannes Pfeffer Pfarrer m. s. 
(L. 8.)
	        
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