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Erster Teil. Geschichte 23. Kapitel. Die Eingemeindung in Groß-Berlin

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

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Ferner erfolgte die Wahl von fünf besoldeten und vier unbesoldeten 
Stadträten. Die Ubernahme der Amtsgeschäfte durch das Bezirksamt 
erfolgte aber erst am 1. Mai 1921. 
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Tegels letzter Bürgermeister, Martin Stritte, wurde zum Bezirks⸗ 
bürgermeister von Spandau gewählt und am 27. April 1921 vom 
Oberbürgermeister Boeß in sein neues Amt eingeführt. Martin Stritte 
wurde am 6. 11. 1879 als Sohn des Vorschullehrers August Stritte 
zu Spandau geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Spandau 
und widmete sich sodann an den Universitäten Berlin und Freiburg 
dem Studium der Rechte. Nach dem 1905 bestandenen Assessor⸗ 
examen war er ein halbes Jahr bei der Stadtverwaltung in Spandau 
informatorisch tätig, siedelte sodann nach Königsberg in Pr. als Rechts— 
anwalt über, wo er ein und ein halbes Jahr blieb. Im April 1908 
kam er als Stadtrat wieder in seine Heimatstadt zurück und im Jahre 
1913 erfolgte seine Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Tegel. 
Wohl keiner seiner Vorgänger hat die Verwaltungsgeschäfte der Ge⸗— 
meinde durch so schwere Zeiten führen müssen, wie er. Nur ?/. Jahre 
Friedenstätigkeit waren ihm beschieden gewesen, als der Krieg aus— 
brach, der die Gemeindeverwaltung vor die schwierigsten Aufgaben 
stellte, für die es keine Vorgänge und Beispiele gab. In die dunkelste 
sorgenschwerste Zukunft mußten neue Wege gebahnt und beschritten 
werden. Es ist der Verwaltung gelungen, durch geeignete Maß— 
nahmen und Einrichtungen besonders auf dem Gebiete der Lebens— 
mittelversorgung, der Bekleidung, der Wohnungs⸗, Kriegs⸗ und Hinter—⸗ 
bliebenen-Fürsorge die Tegeler Bevölkerung über die schweren Kriegs⸗ 
und folgenden Jahre hinwegzuhelfen. Auch in den kommunal⸗ 
politischen Stürmen der Revolution blieb Stritte am Steuer der Ver⸗ 
waltung und ließ sich durch die Fluten der Meinungen von dem unter 
dem neuen Zeitgeist als richtig erkannten Kurse nicht abdrängen. Wohl 
ließ er dem neuen Zeitgeist die Zügel locker, zog sie aber energisch 
an, sobald sich die kommunalpolitischen Revolutionsideen gegen die 
Wohlfahrt seiner Gemeinde richteten. So manche dieser Ideen wäre 
auch in Tegel zum Nachteil der Gesamtheit ins Kraut geschossen, 
hätte Stritte ihr nicht schon in den vertraulichen Vorberatungen die
	        
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