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Erster Teil. Geschichte 21. Kapitel. Wohnungsfürsorge und Bautätigkeit

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

SIEDLUVUNG AM STEINBERG 
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Reich und Staat in gleicher Weise verteilten, standen 80 Millionen Mark 
für Dauerbauten zur Verfügung. Da diese Summe aber schon beim 
Abschluß des Vertrages infolge der starken Geldentwertung als unzu⸗ 
reichend erschien, um, wie geplant, 5500 Bauten zu errichten, wurde 
sie auf 120 Millionen Mark erhöht. Neuen Anträgen des Verbandes 
gegenüber, die Beihülfen wegen der unaufhörlich fortschreitenden 
Teuerung nochmals zu erhöhen, verhielten sich Reich und Staat ab⸗ 
lehnend. Was diese ihm versagten, erreichte der Verband durch frei⸗ 
willigen Entschluß, indem er noch im Mai 1919 seine Beiträge um 
12 Millionen auf insgesamt 45 Millionen Mark erhöhte, von denen 
er sofort 5 Millionen und im Oktober 1919 noch einmal soviel für 
Neubauten bestimmte. Seitdem verfügte der Verband über 149 
Millionen Mark, darunter 99 Millionen von Reich und Staat. 
Die Siedlung am Steinberg. 
Dank der weitblickenden Politik des früheren Bürgermeisters 
Oskar Weigert hatte die Gemeinde Tegel im Jahre 1908 östlich der 
Eisenbahnstrecke Berlin —Kremmen ein größeres bäuerliches 105 115 
qm umfassendes Geländegebiet erworben. S. 223) Als die Woh—⸗ 
nungsnot in Tegel immer fühlbarer wurde und dringend Abhilfe er⸗ 
forderte, beschloß die Gemeindevertretung vom 30. Juni 1919, die teil⸗ 
weise Bebauung dieses Geländes mit Wohnungen in Angriff zu nehmen. 
Es ist das im östlichen Teile Tegels gelegene Gelände, das füdlich 
von der Steinbergstraße, östlich von der Grengstraße zwischen Tegel und 
Wittenau, nördlich von der Kreisindustriebahn und westlich von einer 
noch unbenannten Durchgangsstraße begrenzt wird. Diese drei den 
Baublock umschließenden Straßenzüge sollen später mit zweigeschossigen 
Häusern bebaut werden; das innere dieses Blocks wurde jedoch für 
den sofortigen Bau der Siedlung bestimmt und am 3. Juli 1819 da⸗ 
mit begonnen. Die Baulichkeiten wurden unter der Leitung und nach 
den Plänen des Gemeindebauamts durch die Baufirma Gustav Müller 
zu Tegel ausgeführt und innerhalb eines Jahres am 1. 7. 1920 
fertiggestellt. Dieser erste Bauabschnitt umfaßt einen Flächenraum von 
28115 qm und enthält 6 Vierfamilien- und 88 Einfamilienhäuser. 
Die Gesamtzaͤhl der Wohnungen beträgt 62. Die Wohnungen in
	        
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