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Erster Teil. Geschichte 20. Kapitel. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

260 1. TEI GESCMCHVE 20. KApiTEL KAPTOFFELVERSOäPRGUNG 
Pferdeschlächtereigewerbes und den Handel mit Pferdefleisch nur den 
Kommunalverbänden gestattete. Die Pferdefleischkarte wurde ein— 
geführt und die Preise für Groß-Berlin einheitlich festgesetzt. Sie be⸗ 
trugen im Kleinhandel für ein Pfund Pferdefleisch 2,15 und für Wurst 
2,15 bis 2,660 Mark. Mit dem 30. September 1920 hatte die Ratio— 
nierung des Fleisches, auch des Pferdefleisches, ihr Ende erreicht. 
Karioffeln. 
Eine dauernde Gefahr für die Kartoffelversorgung Deutschlands 
fürchtete beim Beginn des Krieges niemand. Bis Ende Dezember 
1914 war auch der Kartoffelgroßhandel imstande, genug Kartoffeln 
heranzuschaffen. Aber die Preise waren inzwischen gestiegen, was zur 
Folge hatte, daß durch Bundesratsverordnung vom 23. November 
1914 Höchstpreise für Speisekartoffeln festgesetzt wurden. Die niedrigen 
Erzeugerhöchstpreise von 2,50 bis 3 Mark für den Zentner machten 
es dem Handel unmöglich, die Großstadt ausreichend zu versorgen. 
Die Landwirte hielten ihre Vorräte zurück, um später günstigere Preise 
zu erzielen. Die Lage spitzte sich immer mehr zu. Da entschloß sich 
die Regierung, sämtliche noch vorhandenen Kartoffeln aufzukaufen und 
zu verteilen. Der Kleinhandelshöchstpreis wurde auf 65 Pfennig für 
zehn Pfund festgesetzt. Nach der großen Kartoffelknappheit im März 
und April 1915, die hauptsächlich durch die Zurückhaltung der Vorräte 
durch die Landwirte hervorgerufen wurde, trat im Frühjahr 1916 ein 
Überfluß an Kartoffeln ein, weil die zurückgehaltenen Mengen durch den 
freien Handel auf den Markt geworfen wurden, was große Verluste 
an Kartoffeln zur Folge hatte. Die Erzeugerhöchstpreise waren nach 
und nach auf 4 Mark für den Zentner erhöht worden, ohne daß da—⸗ 
durch eine genügende Belieferung erreicht wurde. Am 20. März 1916 
wurde mit einer Verordnung über den Verbrauch und Absatz von 
Kartoffeln unter gleichzeitiger Bildung einer Berliner Kartoffelkarten⸗ 
gemeinschaft für diese die Kartoffelkarte eingeführt. (Tafel II, S. 252/53) 
Die Kartoffelkartengemeinschaft brachte gleiche Grundsätze in die 
Kartoffelbewirtschaftung der angeschlossenen Groß-Berliner Gemeinden. 
Namentlich der Einkauf und die Beteiligung des Groß- und Klein⸗— 
handels wurden gleichmäßig geregelt. Da auch inzwischen die Fest—
	        
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