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Erster Teil. Geschichte 16. Kapitel. Der Brand von Tegel 1835 und der Wiederaufbau des Dorfes. Bevölkerungsvorgänge des 19. Jahrhunderts. Die Lehnschulzen und Ortssiegel

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

196 i. TEU. ESCMCBVIE I6. Kaprre LEHNSCHULIE zIEKkOw 
den 16. Now 296 “5 Seine Zeit fällt in die französische Plün— 
derung des Dorfes und die ersten Ablösungen der Hofedienste in 
Tegel. Er starb im Mai 1828 ohne männliche Nachkommen und 
das Lehnschulzengut wurde durch den Erbrezeß seiner Witwe Marie 
Charlotte, geb. Dietloff, überlassen und am 22. Mai 1828 im 
Hypothekenbuch auf ihren Namen umgeschrieben. So hatten die 
Kulickes fast zwei Jahrhunderte auf dem Tegeler Lehnschulzen⸗ 
hof gesessen, und ihr Bestand scheint an den Namen Peter ge— 
knüpft gewesen zu sein, denn sobald sie dieser Tradition untreu 
wurden, starben sie aus. 
Durch Wiederverheiratung der Witwe Kulicke, geb. Dietloff, fiel 
das Lehnschulzenamt im Jahre 1828 an den Bauerhofsbesitzer Christian 
Friedrich Zie kow, und im Besitze seiner Nachkommen ist es ver— 
blieben, bis auf den heutigen Tag. Unter ihren Amtsleistungen fallen 
besonders ins Gewicht der Wiederaufbau des Dorfes nach der Brand— 
katastrophe von 1835 und die Vertretung der Gemeinde bei den außer— 
ordentlich schwierigen und verwickelten Ablösungsverfahren der alten 
bäuerlichen Gefälle und Gerechtigkeiten. Im Jahre 1882 legte August 
Ziekow als letzter Tegeler Lehnschulze**) sein Amt als Gemeindevor— 
steher nieder, das nun mit der seit 1874 in Tegel bestehenden Amts— 
berwaltung vereinigt und dem Amtsvorsteher Brunow mit über—⸗ 
tragen wurde. Seit diesem Zeitpunkt führt das Ortsoberhaupt von 
Tegel den Titel Amts- und Gemeindevorsteher. 
Noch wäre der Orts- oder Amtssiegel zu gedenken, die 
von den Lehnschulzen geführt wurden. Das älteste bekannte Dorf— 
siegel (S. 197, Abb. 2) stammt, wie bereits erwähnt, aus der Amts— 
zeit der Kulickes. Die Stempelfläche desselben war kreisrund, hatte 
einen doppelten Rand und einen Durchmesser von 26 Millimeter. Es 
führte den preußischen, königl' ckrönten Adler mit Zepter und 
Reichsapfel und den Namenszug auf dem Brustschild. Zwischen 
Geh. St.Arch. Rep. 7 Il. Fach 7 Mr. 2. 
**) Genau genommen, trifft hier die Bezeichnung „Lehn“⸗Schulze nicht 
mehr zu, weil das Lehnsverhältnis seit Ablösung der Lehnspflichten bereits auf— 
gehoben morden war. (Val. S. 180.)
	        
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