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Erster Teil. Geschichte 15. Kapitel. Tegel zur Zeit der Befreiungskriege, Separation und Ablösungen der alten Lasten und Gerechtigkeiten

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

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Seit alter Zeit waren die Bauern und Kossäten zur Lieferung 
von Naturalien und Geld an die Kirche, die Pfarre und den Küster 
verpflichtet. (II. U. 6.) Die Bauern hatten von jeder Hufe jährlich 
abzugeben: an die Kirche 2 Groschen, an die Pfarre 1 Scheffel Roggen 
(das sogen. Meßkorn) und 2 Groschen und an den Küster , Scheffel 
Roggen, 2 Brote und 2 Eier. Von den Kossäten gab jeder an den 
Küster jährlich 4 Brote. Empfänger dieser unter der Bezeichnung „Roggen— 
und Grundzins“ und „Eier und Brotgeld“ zusammengefaßten Naturalien— 
lieferungen waren der Pfarrer zu Daldors und der Küster zu Tegel. 
Durch Gesetz vom 27. April 1872 wurde bestimmt, diese Reallasten 
abzulösen und zwar durch Barzahlung des 25fachen Kapitalbetrages 
des Jahreswertes der Abgaben an die berechtigten Institute. Die 
Regelung dieser Angelegenheit gestaltete sich für Tegel äußerst schwierig. 
Durch zahlreiche und verwickelte Parzellierungen waren außer den 
noch vorhandenen 5 Bauern 19 Besitzer kleiner Grundstücke entstanden, 
die alle im Verhältnis der Größe ihres Grundbesitzes zur Tragung 
der bezeichneten Lasten verpflichtet waren. Erst am 1. Oktober 1880 
kam die Ablösung mit den Bauern und am 1. Oktober 1882 mit den 
übrigen Grundbesitzern zustande. Die Ablösungskapitalien, welche die 
b Bauern (einschließlich Schulzen) zu zahlen hatten und am 12. Ok— 
tober 1880 bar entrichteten, betrugen für die Pfarre zu Daldorf 
3798 Mark und für die Küsterei zu Tegel 2038,25 Mark, zusammen 
5836,25 Mark, wovon der einzelne im Durchschnitt 972,70 Mark zu 
tragen hatte. Die übrigen 19 Besitzer kleinerer Grundstücke zahlten 
zusammen eine Abfindungssumme von 1428,50 Mark für die Dal— 
dorfer Pfarre, von 37,50 Mark für die Kirche und von 595 Mark 
für die Küsterei zu Tegel. Auch diese Summen wurden am 30. Oktober 
bzw. 2. November 1882 bar abgeführt. Laut Kaufpvertrag über das 
Gut Tegel vom 13. Februar 1818 war der Gutsbesitzer zu Rosenthal 
verpflichtet, dem Pfarrer zu Daldorf jährlich 2 Scheffel Roggen zu 
) Gemeinde Archiv. Fach V. Nr. 12.
	        
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