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Erster Teil. Geschichte 13. Kapitel. Tegel im Jahrhundert des 30jährigen Krieges

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

GESCCGIG;.; I 153. KAPITEL NIEDERBRENNUNG BEPRLINEPRP VORSTADIE 
Ihrige genommen, *Mi⸗h und Schweine geschlachtet, erzählen sollte, 
würde nicht allein vien Schreibens und Zeit, sondern viel Papier dortzu 
gehören. Gar viele Straußberger sind durch Leid und großen Gram 
in eine Krankheit geraten und gestorben, daß endlichen von 222 Bürgern 
nicht mehr denn 96 in Quartier geblieben“. 
Im Jahre 1641 fielen die Schweden unter Oberst Stahlhantsch 
noch einmal ins Land mit der Weisung, auch Berlin und Cölln in 
Asche zu legen. Dazu kam es zwar nicht, aber die Städte erlitten 
hierbei doch großen Schaden durch die Ungeschicklichkeit des eigenen 
Kommandanten, des Obersten Dietrich v. Kracht, der zur vermeintlichen 
bessern Verteidigung ohne Ursache alle Häuser der Vorstädte nieder— 
brennen ließ. Nach diesem letzten Schwedeneinfall bot die Mark ein 
jammervolles Bild. Das ganze Land war von der zügellosen Sol— 
dateska und nicht zuletzt von der brandenburgischen selbst vollständig 
ausgeplündert und zur Wüste gemacht. In der Berliner Chronik heißt 
es: „Des Rathes Dörfer liegen in Asche oder sind verlassen, daher 
kann der Rath schon lange nicht mehr seine Beamten besolden“. 
In der Tat, es schien mit Kurbrandenburg aus zu sein. Aber 
es war bereits der Retter auf den Plan getreten, der den letzten 
Lebensfunken wieder zur hellen Flamme entfachte. Friedrich 
Wilhelm bestieg am 1. Dezember 1640 den Thron seiner Väter. 
Auch er vermochte zunächst nicht seinem Lande die ersehnte Hülfe zu 
leisten. Er schloß bald mit den Schweden ein Bündnis, und so konnte 
endlich die Mark wenigstens aufatmen, denn sie wurde von den 
Schweden nicht mehr als feindliches Gebiet betrachtet, wenn auch die 
Lieferungen und Kontributionen noch nicht aufhörten. Endlich am 
24. Oktober 1648 machte der Westfälische Friede zu Münster dem 
Kriege mit feinen unbeschreiblichen Drangsalen ein Ende. 
Als der Landreiter Ulrich Gärtner nach dem Kriege den Kreis 
Niederbarnim bereiste, um festzustellen, wieviel Bauern und Kossäten 
vorhanden, wieviele davon einheimische oder vom Ausland eingewandert 
waren und am Kriege teilgenommen hatten, ergab sich zunächst, daß 
mehr als die Hälfte der Bewohner des Kreises während der Kriegs— 
jahre entflohen oder umgekommen und die meisten ücker wüst und
	        
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