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Erster Teil. Geschichte 13. Kapitel. Tegel im Jahrhundert des 30jährigen Krieges

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

142 1. TEIL GESCHICHTE 15. KAPITEL SCHRECKEN DEP SCHVEDENZEIT 
Das schwedische Bündnis legte der Mark unerschwingliche Lasten 
auf. Gustav Adolf verlangte als Stützpunkte und Rückendeckung die 
Einräumung der Festungen Cüstrin und Spandau und monatlich 
30 000 Taler Verpflegungsgelder, die aufzubringen fast unmöglich schien, 
da das Land schon von den Kaiserlichen ausgesogen war. Nach dem 
Falle Magdeburgs (10. Mai 1630) erhielt Spandau wieder schwedische 
Garnison, auch Gustav Adolf nahm daselbst Aufenthalt bis zum 
14. Juni, an welchem Tage er nach Sachsen aufbrach. Von Kriegs— 
gefahren blieb nun die Mark in der nächsten Zeit verschont; aber die 
Kriegslasten wurden immer drückender. 
Neue Gefahren, neue Lasten und Leiden für das Land, zu denen 
die bisher erduldeten in keinem Vergleich stehen, brachte der Prager 
Friede und der Anschluß Brandenburgs an den Kaiser im Jahre 1635. 
Georg Wilhelm mußte jetzt zur Landesverteidigung eine Armee auf— 
stellen, zu deren Unterhalt das Land monatlich 40000 Taler aufzu— 
bringen hatte. Ferner mußten die Garnisonen verpflegt und die 
Festungen mit Vorräten an Lebensmitteln versehen werden. Für die 
Festung Spandau sollte der Kreis Niederbarnim jährlich 100 Wispel 
(à 24 Scheffel) Getreide liefern. Wie wenig aber die Bauern unseres 
Kreises dazu noch in der Lage waren, zeigt das amtliche „Vortzeichnuß 
waß von Anno 1635 Bis Uff den 17. Aprilis Ao. c. 1637 Uff der 
Veste Spandow ahn allerley Korn zur Proviantierung derselben nebst 
den Victualien von Lande eingebracht worden.“) Es waren im 
ganzen nur 35 Wispel 12 Scheffel 2 Viert. Roggen und 6 Wispel 
3 Scheffel 1 Viert. Gerste, was die Bauern unseres Kreises an Ge— 
treide in den Jahren 1635/37 an den Kornschreiber in Spandau ein⸗ 
lieferten. Am 6. Januar 1636 erfolgte die Kriegserklärung Brandenburgs 
an Schweden, zu der es sich dem Kaiser gegenüber hatte verpflichten 
müssen. Jetzt beginnt die „Schwedenzeit“ für die Mark, ein Ausdruck, 
der noch Jahrzehnte nach dem Kriege der Inbegriff alles Schreckens 
war. Die Mark wurde der Tummelplatz der kämpfenden Parteien. 
Die für die Schweden siegreiche Schlacht bei Wittstock lieferte das 
x) Kgl. Geh. St.⸗Arch., Berlin, Rep. 21, 1384.
	        
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