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Erster Teil. Geschichte 12. Kapitel. Die Steuern und Frondienste unter dem Amte Spandau (1590-1820). Himmelserscheinungen und Seuchen des 16. Jahrhunderts

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

I24 1. TEIL: GESCHICHTE I2. APITEL STEUERN UND ABGABENIM 16.- 19 2HH. 
Wie die Steuern im Erbregister von 1590 für Tegel festgesetzt 
wurden, sind sie zwei Jahrhunderte hindurch in Kraft geblieben, bis 
sie auf Grund königlicher Verordnung vom 7. November 1810 durch 
einmalige Kapitalszahlungen der Zensiten abgelöst wurden. (S. Kap. 15.) 
Aus den zu diesem Zwecke geführten Verhandlungen und amtlich auf⸗ 
gestellten Ablösungsberechnungen (II. U. 51) gewinnen wir erst das 
Gesamtbild von den alten vorstehend erörterten Steuerverhältnissen 
Tegels unter dem Amte Spandau, weil die Berechnungen auch die 
Geldbeträge enthalten, nach welchen der in Naturalien erhobene Fleisch— 
zehent bewertet wurde. Der im Erbregister von 1590 für jeden Bauer und 
Kossäten sowie den Hirten auf jährlich 12 Gr. festgesetzte Schweine⸗ 
zehent war nach der Ablösungsberechnung von 1828 (II. U. 51) auf 
15 Gr. gestiegen. Zu diesem Satze wurde auch der übrige in Na— 
turalien erhobene Fleischzehent, der sogenannte Gänse⸗ und Hühner—⸗ 
zehent, berechnet, so daß der gesamte Fleischzehent für jeden einzelnen 
jährlich 45 Gr. — 1 Taler 15 Groschen ausmachte. Ferner kamen 
die jährlichen 4 Pachthühner des Krügers mit 2 Talern zur Anrech—⸗ 
nung. Mithin setzten sich die gesamten Jahressteuern, welche das Span⸗ 
dauer Amt in Tegel zur Zeit ihrer Ablösung erhob, aus folgenden 
Einzelbeträgen zusammen: 
1. von 6) Bauern: 
an Hufenzins (für die Hufe 
durchschn. 4 Gr. 8 Pf. 24) rd. 3 Taler 8 Gr. 
an Schweinezehent à 15 Gr. 
— 90 Gr. oder... 
an Gänsezehent à 15 Gr. 
⸗ 90 Gr. oder 
an Hühnerzehent: 
a. von 5 Bauern aä 15 Gr. 
75 Gr. oder 
*) Im dreißigjährigen Kriege war der im Einwohnerverzeichnis von 1500 
aufgeführte mit 2 Hufen ausgestättete Bauernhof eingegangen und die beiden 
Ackerhufen den beiden Bauernhöfen zugeschlagen worden, die bis dahin nur 
z Hufen besaßen, womit auch die auf dem aufgelösten Hofe lastenden Steuern 
an die vergrößerten Höfe übergingen. (Val. Kap. 13.)
	        
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