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Erster Teil. Geschichte 10. Kapitel. Das Ende des Raubrittertums. Tegel im Bilde der Schoßregister des 15. Jahrhunderts

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

10. Kapitel. 
Das Ende des Raubrittertums. Tegel im Bilde der Schoßregister des 
15. Jahrhunderts. 
Nachdem Jobst am 18. Januar 1411 kinderlos gestorben war, 
fiel die erledigte Mark wieder an Sigmund zurück, der im gleichen 
Jahre zum deutschen Kaiser gewählt wurde. Diese Wahl hatte er 
hauptfächlich der tatkräftigen Unterstützung des Nürnberger Burggrafen 
Friedrich Vl. von Hohengzollern zu verdanken, der ihm auch 
sonst viele treue und wertvolle Dienste geleistet hatte. Nachdem Sig— 
mund am 22. März 1411 sich von den Märkern hatte als Kaiser 
huldigen lassen, setzte er am 8. Juli 1411 zu Ofen den Burggrafen 
aus Dankbarkeit als obersten Hauptmann, Statthalter und Verweser 
der Mark Brandenburg ein. Die verwilderten Zustände in der Mark 
legten aber dem neuen Landeshauptmann nicht nur eine schwere Arbeit, 
sondern auch ganz erhebliche Kosten auf. Schon die Einlösung der 
oerpfändeten Schlösser und andere Abfindungen erforderten bedeutende 
Geldmittel. Darum erhielt Friedrich vom Kaiser die Zusicherung einer 
Summe von 150000 ungarischen Goldgulden, die auf die zu erwartenden 
Einkünfte der Mark angewiesen wurden und zur Verbesserung der 
Schäden des Landes und als Entschädigung des Landeshauptmannes 
dienen sollten. Solange diese Summe aus den Einnahmen des Landes 
nicht gedeckt war, sollte die Mark dem Burggrafen als Pfand ver—⸗ 
bleiben. Die Zeit hat es gelehrt, daß dieser kaiserliche Beschluß vom 
8. Juli 1411 zum größten Segen für unser Land geworden ist, und 
daß mit dem Nürnberger Burggrafen Friedrich VI. ein Herrschergeschlecht 
den Landesthron bestieg, das unser Volk zu ungeahnter Größe und 
Macht führen sollte.
	        
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