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Erster Teil. Geschichte 9. Kapitel. Das Raubrittertum in der Mark und besonders im Barnim unter Markgraf Jobst von Mähren am Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

)2 1. TEIl GESCHTIC/TE. 9. KAPITEAlL. SIEG DER MARKED UBER DEN ADEL 
der Kriegslage einen großen Umschwung herbeiführte. Die Verbündeten 
sagten, nachdem in der Mark nicht mehr viel zu holen war, dem Statt⸗ 
halter Johann von Brandenburg auch den Frieden als Bischof von 
Lebus ab und schickten sich an, in sein Land einzufallen. Das hatte 
Johann von vornherein befürchtet und darum die Verstärkung des 
märkischen Heeres nur im geheimen betrieben, um den Feind nicht zu 
reizen. Jetzt galt es jedoch, sich aufzuraffen. Johann forderte die 
Ritterschaft und Städte des Landes auf, ihre vollen Mannschaften 
unverzüglich ins Feld zu stellen. Nachdem das geschehen war, konnten 
die Märker es mit dem Feinde aufnehmen, um so mehr, als sich viele 
obdachlose Bauern aus dem Barnim, deren ganzes Hab und Gut ge— 
raubt worden war, ebenfalls dem Heere angeschlossen hatten und, von 
Wut und Rache erfüllt, den Augenblick kaum erwarten konnten, mit 
den verhaßten Räuberscharen abzurechnen. Im November kam es 
bei Müncheberg im Lande Lebus zur Schlacht. Es entbrannte ein 
wütender Kampf, der schließlich mit der vollständigen Flucht der Ver⸗ 
bündeten endete. Von den Märkern verfolgt, wandte sich das ge—⸗ 
schlagene Heer gegen Bernau, um mit dieser stark befestigten Stadt 
einen festen Stützpunkt zu gewinnen. Dietrich deckte den Rückzug und 
stellte sich mit seiner Schar den Märkern noch einmal bei Börnicke 
entgegen, um sie aufzuhalten. Es entbrannte wiederum ein mörde⸗ 
rischer Kampf, während dessen eine zweite Abteilung des märkischen 
Heeres von Wilmersdorf heranrückte. Dadurch wurde Dietrich voll⸗ 
ständig umzingelt und geschlagen. Verzweifelt schlug er sich in dem 
Gewirr durch und entging so mit knapper Not der Gefangenschaft. 
Die meisten seiner Leute wurden getötet oder gefangen genommen. 
Dietrich floh mit dem kleinen Rest seiner Schar in wilder Hast über 
Zepernick und Schönerlinde nach Schilde, wo die ihn ver— 
folgenden Märker von ihm abließen. 
Nachdem Dietrich in die Flucht geschlagen war, eilte sofort ein 
Teil des märkischen Heeres den Pommern und Ruppinern nach, die 
inzwischen Bernau in Brand geschossen hatten. Die Märker fielen 
ihnen in den Rücken und zwangen sie, von der Stadt abzulassen. 
Dadurch wurde Bernau vor der gänzlichen Zerstörung gerettet. Der
	        
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