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Erster Teil. Geschichte 9. Kapitel. Das Raubrittertum in der Mark und besonders im Barnim unter Markgraf Jobst von Mähren am Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts

Full text: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel / Wietholz, August (Public Domain)

O0 1. TEIL: GESCHICHTE 9. KAPITEL KRIEG ZẽWISCEEN ADEI. UND MARRGRAFEN 
Im Jahre 1399 kam es zu Streitigkeiten zwischen Jobst und 
dem Herzog Swantibor lll. von Pommern-Stettin. Jobst 
hatte einer von Swantibor gestellten Forderung nicht Genüge geleistet 
und letzterer sagte dafür der Mark den Frieden ab. Er verband sich 
mit dem Herzog Ulrich von Mecklenburg-Stargard und den 
Grafen von Lindow aus der Herrschaft Ruppin, deren Ver—⸗ 
bündeter wiederum Dietrich von Quitzow war. Der damalige 
Statthalter und Landeshauptmann der Mark, Bischof Johann 
von Lebus, bot seine Vasallen und die Städte auf und brachte mit 
Mühe ein märkisches Heer auf die Beine, aber erst, nachdem der Feind 
bereits ins Land gefallen war und nach der Kriegsweise der Zeit 
raubte, brannte und mordete, so viel er konnte. 
Der Krieg begann mit der Eroberung von Zehdenick durch die 
Pommern zu Anfang des Jahres 1402. Auf dem weiteren Zuge, 
dem sich die Ruppiner anschlossen, wurden die Dörfer Neuendorf, 
Bernhof, Nassenheide, Grabsdorf und das Schloß und 
Dorf Neumühle im Wandlitzer Forst geplündert und niedergebrannt. 
Am 25. Juli standen die Verbündeten vor der Stadt Bötzo w, dem 
heutigen Oranienburg. Das daselbst befindliche starke Schloß besaß 
Gerhard v. Holzendorff. Die Stadt wurde bald genommen 
und das Schloß angegriffen. Holzendorff verteidigte sich tapfer, mußte 
jedoch endlich der Ubermacht weichen. Schloß und Stadt wurden 
ausgeplündert und letztere niedergebrannt. Hier erfuhr man, daß sich 
ein bedeutendes märkisches Heer in der Gegend von Müncheberg 
zusammengezogen hatte und durch seine Vorposten den Barnim besetzt 
hielt. Das veranlaßte die Pommern und Ruppiner, hier zunächst die 
Verstärkung durch Ulrich von Mecklenburg und Dietrich von Quitzow 
abzuwarten, ehe sie weiterzogen. Nachdem diese angekommen waren, 
bot das vereinigte Heer eine Achtung gebietende Macht. Auf Schloß 
Bötzow wurde eine Besatzung zurückgelassen. Das übrige Heer brach 
nach dem Barnim auf und kam unangefochten bis Strausberg. 
Die Gegenden, welche die getrennt marschierenden Heerhaufen durch⸗ 
zogen hatten, waren schrecklich verwüstet und die Dörfer niedergebrannt. 
Unter ihnen befanden sich Zühlsdorf, Freudenberg, Löwen—
	        
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